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Jähzorn

Als Jähzorn bezeichnet man einen aus kleinstem Anlass oder unvermittelt ausbrechenden Affekt in Form von Zorn gegen eine Person oder eine Sache. Man vermutet, dass dem Jähzorn eine psychische Disposition zu Grunde liegt. Pathologische Jähzornigkeit wird in der klinischen Psychologie als intermittent explosive disorder (IED) und als Störung der Impulskontrolle beschrieben.

Psychologische Studien zeigen, dass etwa jeder vierte Mensch ein Problem mit Jähzorn hat, wobei sich viele Menschen selbst das Opfer von anderen erleben, die die Kontrolle verlieren. Jähzorn ist übrigens kein reines Männerproblem, doch Männer werden in solchen Situationen häufiger gewalttätig als jähzornige Frauen.

Bei Kleinkindern kann es zu solchen spontanen Wutanfällen kommen, vor allem in der Trotzphase.

Coccaro et al. (2016) haben in einer Untersuchung an Menschen, die häufig kaum kontrollierbare Wutanfälle, also Jähzorn, zeigen, aufgezeigt, dass auch die Struktur des Gehirns eine Rolle bei der Entstehung von Aggressionen spielt, wobei krankhafter Jähzorn durch Areale im fronto-limbischen Teil des Gehirns gesteuert wird. Bei den Jähzornigen ist das Volumen einiger Areale im präfrontalen Cortex oder der Amygdala signifikant kleiner als in Vergleichsgruppen, wobei je stärker die Aggressionsausbrüche der Betroffenen waren, desto stärker war dort auch die graue Substanz in jenen Arealen verringert, die als Steuerzentralen für Gefühle gelten. Die Neigung zu jähzornigem Verhalten möglicherweisemit der Anatomie jener Regionen im Gehirn zusammenhängen, die deren Emotionen steuern.

Literatur

Coccaro, E. F., Fitzgerald, D. A., Lee, R., McCloskey, M. & Luan Phan, K. (2016).
Frontolimbic Morphometric Abnormalities in Intermittent Explosive Disorder and Aggression. Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging, 1, 32-38.
Itten, T. (2007). Jähzorn. Psychotherapeutische Antworten auf ein unberechenbares Gefühl. Wien: Springer-Verlag.
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4hzorn (15-12-21)



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