Murmelgruppen

Murmelgruppen werden didaktisch als Auflockerung eines Vortrags oder Frontalunterrichts eingesetzt. Die Lernenden sollen mit dem eben gehörten Inhalt etwas tun und feststellen, ob sie alles verstanden haben. Die Lernenden werden aufgefordert, sich mit einem oder höchstens zwei Nachbarn zusammenzusetzen und vorgegebene Leitfragen zu besprechen. Passemde Impulsfragen sind: „Was sind für mich die wichtigsten Punkte am eben Gehörten?“ „Wie würde ich das einem Laien erklären?“ „Wo und wie kann ich das Gehörte in der beruflichen Praxis anwenden?“ „Wie kann ich bei meinen Murmler-KollegInnen prüfen, ob sie alles verstanden haben?“ „Was muss ich noch nachfragen?“ Nach etwa fünf Minuten Gespräch in den Murmelgruppen fragt der Lehrende kurz nach: „Gibt es noch Informationsbedarf?“ oder „Sind noch Fragen offen?“ und fährt nach einer Klärung der offen gebliebenen Fragen mit seinem Unterricht bzw. seinem Vortrag fort.

Murmelgruppen sind bei jeder Sitzordnung und auch bei großen Zuhörerzahlen eine wirksame Aktivierungsmethode, doch die Leitfragen und die Stellen im Vortrag oder Unterrichtsablauf, an denen gemurmelt werden soll, müssen genau überlegt und vorbereitet werden. Bei häufigerem Einsatz sollte man hin und wieder die Sitzordnung ändern, damit neue Gruppen miteinander murmeln können. Auf keinen Fall darf der Lehrende jede Gruppe ihr Murmelergebnis präsentieren lassen, denn das kostet zu viel Zeit und beschränkt letztlich die Autonomie der SchülerInnen.

Literatur

Weidenmann, Bernd (2006). Handbuch Active Training. Die besten Methoden für lebendige Seminare. Weinheim und Basel: Beltz.





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