Konformitätstheorie

Die Konformitätstheorie besagt, dass menschliches Verhalten durch das jeweilige Verständnis der geltenden Normen beeinflusst wird, was etwa in der Arbeitswelt in Bezug auf Leistungen zutrifft, die nicht allein durch den persönlichen Nutzen bestimmt werden, sondern auch durch die für diese Leistung vermuteten Normen. Konformität ist generell ein Wesenszug des Menschen, der das Zusammenleben erleichtert, d. h., wobei Konformität dabei der Wunsch ist, nicht aus dem normalen sozialen Rahmen herauszufallen. Selbst Menschen, die scheinbar sehr wenig konform sind wie Punks, sind in Wirklichkeit in den allermeisten Verhaltensbereichen konform, und selbst in den Bereichen ihrer Nonkonformität stellt sich oftmals wieder Konformität auf einer anderen Ebene ein. So bilden etwa Punks eine Gruppe, die ihre eigenen strengen Konformitätsregeln hat.
Die Konformitätstheorie wurde von Cohen (1958) entwickelt, und zwar im Anschluss an die Untersuchungen Aschs zum konformen Verhalten, der einen starken Gruppeneinfluss auf die Wahrnehmungsurteile des Einzelnen gefunden hatte. Dabei hatten Gruppen von jeweils acht Personen in einer als Wahrnehmungsexperiment getarnten Untersuchungssituation zu beurteilen, welche von drei vorgegebenen Linien die gleiche Länge wie eine bestimmte Standardlinie hatte. Wie Kontrollstudien zeigten, bewältigen normalsichtige Probanden diese Aufgabe in Einzelversuch nahezu fehlerfrei, denn die korrekte Antwort war offensichtlich. Das Experiment in der Gruppensituation war nun so organisiert, dass von den acht Gruppenmitgliedern sieben Verbündete des Versuchsleiters waren und die einzige Versuchsperson ihr Urteil stets als letzte abzugeben hatte. Dabei zeigte sich, dass die Probanden sich zu etwa einem Drittel dem Fehlurteil der Mehrheit anschlossen.

Literatur

Cohen, P. B. (1958). A probability model for conformity. Sociometry, 21, 69-81.




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