diskursive Psychologie

Die Diskursanalyse ist ein Oberbegriff für die sozial- und geisteswissenschaftliche Analyse von Diskursphänomenen, wobei es unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Meist untersucht eine Diskursanalyse den Zusammenhang von sprachlichem Handeln und sprachlicher Form sowie den Zusammenhang zwischen sprachlichem Handeln und gesellschaftlichen, insbesondere institutionellen Strukturen. In den Sozialwissenschaften sind aber vor allem situationsübergreifende Muster und Ordnungen der Sinnproduktion interessant, wobei die diskursive Psychologie diskursanalytischer Perspektiven auf zentrale Themen und Gegenstände der Psychologie sucht, sich dabei aber nicht auf die Sprache allein fokussiert, sondern vor allem auch Prozesse der Realitätskonstruktion untersucht. Das Narrativ der diskursiven Psychologie zielt dabei auf die Aktivitäten, die durch Diskurse vollzogen werden. Während etwa kognitionsbezogenen Theorien von der Voraussetzung einer objektiven Realität ausgehen, die einen Input für kognitive Operationen liefert, konzentriert sich die diskursive Psychologie darauf, wie die Akteure sowohl Realität als auch Bewusstsein sprachlich-begrifflich konstruieren. Dabei werden keine experimentellen Designs eingesetzt, sondern stützt sich auf eine empirische Analyse von Aufzeichnungen natürlicher Interaktionen.

Literatur
https://de.wikipedia.org/wiki/Diskursanalyse (16-06-06)
http://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-322-99906-1_12 (16-06-06)



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