Sleeper-Effekt

Der Sleeper-Effekt ist ein Phänomen zwischenmenschlicher Kommunikation und wird im Rahmen der Sozialpsychologie untersucht. Oft versuchen Menschen durch ihre Information eine Einstellungsänderung beim Empfänger einer Nachricht zu erzeugen, wobei der Erfolg der Einstellungsänderung vom Inhalt der Mitteilung und der Attraktivität und Glaubwürdigkeit des Senders abhängt. Der Sleeper-Effekt beschreibt nun den Revalidierungsvorgang, den der Empfänger nach einer gewissen Zeit gegenüber der Mitteilung durchführt. Hat er nämlich den Ursprung der Mitteilung vergessen, hängt die Bewertung der Mitteilung nur noch von deren Inhalt und nicht mehr von der Einstellung gegenüber dem ursprünglichen Sender der Mitteilung ab. Dies hat zur Folge, dass der Empfänger sich entweder bestätigt fühlt, seine Einstellungsänderung „revidiert“ oder die Einstellungsänderung jetzt erst durchführt (dass zwar die Mitteilung, aber nicht der Sender glaubwürdig war). Letztlich postuliert der Sleeper-Effekt, dass die Wirksamkeit der Inhalte eines sehr glaubwürdigen Sprecher mit der Zeit ab- und jene eines unglaubwürdigen Kommunikators zunimmt. Auch die in einer Werbung enthaltenen, unangenehmne Assoziationen werden nach einer gewissen Zeitdauer vergessen.

Literatur
Kuncik, Michael/& Zipfel, Astrid (2005). Medien und Gewalt – Befunde der Forschung seit 1998. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.





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