Finalismus

Nach Piaget – Piaget unterscheidet drei verschiedene Arten der fehlerhaften Assimilation: Animismus, Finalismus und Artifizalismus – durchlaufen Kinder bestimmte Phasen, in denen sich ihre Intelligenz immer weiter entwickelt, wobei diese Entwicklung einen ersten Abschluss im Finalismus findet, in dem Kinder begreifen, dass alles seine Bedeutung, seinen Sinn und seinen Zweck hat. Finalistische Erklärungen begründen etwa die Existenz von Naturerscheinungen aus ihrem Zweck heraus, etwa dass Bäume dazu da sind, Schatten zu spenden. Die artifizialistischen Naturdeutungen erläutern schließlich die zweckbestimmte Entstehung der Naturphänomene, dass z.B. besonders starke Menschen die Berge erschaffen haben müssen. Unter animistischen Deutungen versteht Piaget unbelebte Gegenstände, die von den Kindern als belebt wahrgenommen werden, wobei ein Kind etwa denkt, dass der Wind böse ist, weil er etwas kaputt macht.
Ein Kind lernt als Grundlage für seine spätere Entwicklung in der präoperationalen Periode den Gebrauch symbolischer Substitutionen wie der Sprache und der geistigen Bilder anstelle der sensomotorischen Aktivitäten des Säuglingsalters. Die Kinder sind dabei noch nicht fähig, die Welt in belebt und unbelebt zu unterteilen. So wird etwa die Bewegung der Wolken an die Fortbewegungsart der Würmer assimiliert und gleichzeitig werden die Wolken als Lebewesen gedeutet. Beim finalistischen Denken handelt es sich um eine fehlerhafte Assimilation, denn die Existenz von Naturerscheinungen wird zweckmässig erklärt, als ob es sich um menschliche Aktionen handelte. Bäume sind da, um Schatten zu spenden, Steine sind da, um Häuser zu bauen.
Diesem Finalismus geht u.a. in den früheren Phasen noch das magische Denken voraus, im dem Kinder glauben, dass auch Gegenstände Leben innewohnt. Also Bäume leben, Sand lebt, ein Tisch kann verletzt werden, die Türe hat Schmerzen beim Zuwerfen. Bei Toten denken Kinder, die schlafen nur und wachen wieder auf. Dieses magische Denken nimmt mit Reifung der Intelligenz ab und der Finalismus setzt ein, wobei Phantasie in diesem magischen Denken einen Vorläufer hat. Phantasie geht trotz des Finalismus nie ganz verloren.

Quelle
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOGNITIVEENTWICKLUNG/PiagetmodellStufen.shtml (07-09-21)




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