limbisches System

Das limbische System ist eine Gruppe von Gehirnstrukturen, die in der Hauptsache mit Gefühlen und Gedächtnisbildung zu tun haben. Das limbische System ist ein entwicklungsgeschichtlich alter Teil des Gehirns und setzt sich aus mehreren Strukturen zusammen und steuert neben der Verarbeitung von Gefühlen u. a. auch den Ablauf von Lernvorgängen.  Das Limbische System besteht aus mehreren Untereinheiten und liegt größtenteils in der Mitte des Gehirns, wo es den Hirnstamm wie einen Saum (limbus) umschließt. Ein mandelförmiger Teil des limbischen Systems (Amygdala oder Mandelkern) spielt eine wichtige Rolle für Lernen, Gedächtnis und Verarbeitung von Gefühlen, insbesondere von Angst. Die Amygdala wird daher auch als Angstzentrum bezeichnet. Zum limbischen System gehören auch Teile der Gedächtniszentrale des Hippocampus und der anteriore cinguläre Cortex, der bei der Entscheidungsfindung hilft.

Kurioses zum limbischen System

Werner Tiki Küstenmacher hat ein Buch geschrieben, das sich “Limbi – Der Weg zum Glück“ nennt und  durch das Gehirn führt, wobei er Fragen nachgeht wie: Warum verwandelt sich die Couch in einen Magneten, wenn wir gerade joggen wollten? Warum kann die To-do-Liste nicht einfach unser Freund sein? Er glaubt, dass es genügt zu wissen, wie Limbi tickt, und dann verliert die Couch ein wenig von ihrer starken magnetischen Anziehungskraft, und die To-do-Liste kann doch noch zum Freund werden … Limbi ist dabei eine niedliche kleine Karikatur, die menschliche Emotionen symbolisiert und auch den inneren Schweinehund darstellt. Limbi ist der Protagonist des Buches, den die Leserin bzw. der Leser einmal als PartnerIn an der eigenen Seite, einmal als GegenspielerIn kennenlernt.

Dazu schreibt Bärbel Schwertfeger in der Zeitschrift „Wirtschaftspsychologie aktuell“ am 8. Dezember 2014 in der Rubrik „Ärger des Monats“ unter dem Titel „Neuro-Quatsch“: „Und damit auch jeder Limbi ins Herz schließt, sieht er aus wie ein Kobold mit rundem Kopf und großen Kulleraugen. Bei so vielen infantilen Werbesprüchen droht zumindest mein Limbi mit einem Amoklauf. (…) … vermutlich wird das Buch ein Bestseller. Schließlich ist „neuro“ ebenso gefragt wie „simpel“. Je einfacher desto besser, auch wenn es ausgemachter Blödsinn ist. (…) Die absurde Vereinfachung der oft sowieso schon wenig aussagekräftigen Studienergebnisse. (…) Hirnforscherin Molly Crockett hat dafür den Begriff Neuro-Bunk – also Neuro-Quatsch – geprägt. Ihr Tipp: Je wunderbarer etwas klingt und je lieber Sie es glauben würden, umso weniger wahrscheinlich stimmt es.“
Dem ist wenig hinzuzufügen! Vielleicht noch: Man sollte wieder mehr die psychologischen Experimente der Frühzeit studieren, die in raffinierten Versuchsanordnungen dem menschlichen Denken und Fühlen nachgegangen sind.




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