dysfunktionale Kognition

Dysfunktionale Kognitionen bezeichnen Denkfehler, bei denen aus der Erfahrung heraus die Zukunft vorweggenommen wird und daraus eine Vorgangsweise für ein Problem abgeleitet wird, die aber zu keiner sinnvollen Lösung des Problems führt. Solche Muster helfen zwar manchmal im Alltag, sich rasch zu entscheiden, und schützen vielleicht vor Fehlern, doch manchmal beruhen solche Annahmen bloß auf bequemen Überzeugungen, dass sich eine neue Aufgabe nur auf eine Weise bewältigbar ist, vornehmlich einfach wie bisher. Dadurch werden andere Wege des Handelns blockiert. Dysfunktionale Kognitionen sind häufig durch eine oder mehrere der folgenden Denkfehler gekennzeichnet:

  • Willkürliche Schlussfolgerungen ohne einen sichtbaren Beweis bzw. es werden trotz Gegenbeweisen willkürlich Schlussfolgerungen gezogen.
  • Übergeneralisierung nach dem Muster, dass aufgrund eines Vorfalls eine allgemeine Regel formuliert wird, die unterschiedslos auf ähnliche und unähnliche Situationen angewendet wird.
  • Ausschließlich dichotomes Denken in Alles oder Nichts-Kategorien.
  • Bei der Personalisierung werden alle Ereignisse ohne klaren Grund nur auf sich selbst bezogen.
  • Bei der selektiven Abstraktion werden einige wenige Einzelinformationen verwendet und überbetont, um eine Situation zu interpretieren, wodurch damit bestimmte Informationen auf Kosten anderer überbewertet werden.
  • Beim Maximieren und Minimieren werden oft negative Ereignisse übertrieben und positive Ereignisse untertrieben
  • Beim Katastrophisieren wird das Eintreffen oder die Bedeutung von negativen Ereignissen stark überbewertet.
  • Bei einer emotionalen Beweisführung wird das Gefühl (Bauchgefühl) als Beweis für die Richtigkeit der Gedanken genommen.
  • Bei der Etikettierung wird aus einer Handlung ein die ganze Person umfassender Sachverhalt gemacht.
  • Beim Gedankenlesen glaubt man ohne nachzufragen, die Gedanken der anderen zu kennen.
  • Beim Tunnelblick bzw. der selektiven Aufmerksamkeit sieht man nur einen bestimmten Aspekt eines Sachverhalts.

Entlarven lassen sich solche Denkfallen dadurch, indem man die Gedanken auf berechtigte und unberechtigte Anteile hin überprüft.





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