Adaptationsniveautheorie

Die von Helson entwickelte Adaptationsniveautheorie postuliert, dass Menschen bemüht sind, alle von ihnen wahrgenommenen Reize in eine sinnvolle Ordnung zu bringen, indem sie diese durch einen Skalenwert auf einer relevanten Beurteilungsdimension (z.B. „interessant“ mit den Endpunkten „sehr interessant“ und „völlig uninteressant“ oder „Sympathie“ mit den Endpunkten „sehr sympathisch“ und „sehr unsympathisch“) beschreiben und dadurch mit anderen Reizen Vergleiche herstellen können. Die in der Mitte der bipolaren Skalen liegenden Nullpunkte werden von den BeurteilerInnen als neutral wahrgenommen, stellen den zentralen Ankerreiz dar und kennzeichnen nach Helson das Adaptationsniveau. Nach dieser Theorie werden etwa auch Reize wie Laut­stärken und Gewichte nicht isoliert beurteilt, d. h., sie werden nicht wie bei dem Fechner-Weberschen Gesetz auf einen festen Bezugs­punkt bezogen, sondern relativ beurteilt, d. h., auf einen variablen Bezugspunkt (Adaptationsniveau) bezo­gen. Das Adaptationsniveau wird durch Kontext­reize bestimmt, insbesondere durch vorherige Erfah­rungen mit ähnlichen Reizen. Wer vorher schwere Gewichte tragen musste, hat ein hö­heres Adaptationsniveau als Menschen, die vorher mit leichten Gewichten hantierthatten. Die Adaptationsniveautheorie ist besser ge­eignet, Wahrnehmungsurteile zu erklären, als die klassischen psychophysikalischen Geset­ze.





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