Empowerment

Empowerment (Ermächtigung) bezeichnet einen Handlungsansatz in der sozialen Arbeit, der bei den Stärken und Kompetenzen der Betroffenen zur Lebensbewältigung ansetzt, und das besonders in Lebenssituationen, die von persönlichen und sozialen Schwächen gekennzeichnet sind. Dabei sollen die Menschen dazu ermutigt werden, ihre eigenen Stärken zu entdecken und ihre zumindest in Ansätzen vorhandenen Ressourcen zur Problemlösung einzusetzen. Empowerment will die bis heute vorherrschende Fixierung der sozialen Arbeit auf Defizite, Probleme und Defekte von Menschen durch eine konsequente Orientierung am Konzept der Stärke der Menschen ersetzen. Der Blickwinkel richtet sich daher auf die Stärkung des Individuums, die Stärkung von sozialen Netzwerken und Gruppen und die politische Lobbyarbeit für randständige Menschen in der kommunalen und regionalen Politik. Über die Individualebene hinaus zielt Empowerment in der sozialen Arbeit auch auf berufliches Handeln, das Menschen in Gruppen im Blickfeld hat, das für die Betroffenen Netzwerke knüpft und politische Formen der Interessendurchsetzung unterstützt. Methodisch bedeutet Empowerment eine aktive Förderung solidarischer Formen der Selbsthilfe und Selbstorganisation mit dem Ziel der Selbstbestimmung, der sozialen Gerechtigkeit und der demokratischen Partizipation.

Empowerment ist eine aus den USA stammende Bewegung, die aus der Frauen-, Bürgerrechts-, Ökologie-, und Friedensbewegung gewachsen ist. Sie wurde später im Bereich der sozialen Arbeit neu definiert und hat sich als Arbeitsansatz etabliert, wobei sie auf die möglichst weitgehende Wiedergewinnung von Selbstbestimmung, sozialer Integration und politischer Beteiligung von benachteiligter und randständiger Menschen abzielt.

Siehe dazu auch Community Education, die auf sozial Benachteiligte, auf ausgegrenzte oder diskriminierte Zielgruppen hin orientiert ist.

Literatur
Kleiber, Dieter (1999). Empowerment und Partizipation. Chancen von Peer Education in der Präventionsarbeit.
WWW: http://www.aktion-jugendschutz-bayern.de/projugen/leit4_99.htm (2002-10-17)




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