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Weiterbildung

Weiterbildung bezeichnet alle organisierten Lernprozesse im Bereich der Erwachsenenbildung, die dazu dienen, neues Wissen zu erwerben oder Fähigkeiten zu entfalten, umfasst also die Festigung, Vermehrung und die Erneuerung von Wissen und Befähigungen eines erwachsenen Menschen nach Abschluss einer ersten Bildungsphase.

Weiterbildung als Fortsetzung oder Wiederaufnahme früheren organisierten Lernens bildet mit vorschulischen  und  schulischen Lernprozessen  ein zusammenhängendes Ganzes, d. h., Weiterbildung umfasst Fortbildung, Umschulung und Erwachsenenbildung und ergänzt die herkömmlichen geschlossenen Bildungsgänge und setzt sie unter nachschulischen Bedingungen fort.

Die Begriffe Erwachsenenbildung und Weiterbildung werden großteils synonym verwendet. Die Begriffe Weiterbildung und Fortbildung werden hingegen häufig fälschlicherweise synonym gebraucht, denn im Gegensatz zur Weiterbildung bezieht sich eine Fortbildung nur auf die schon erworbenen beruflichen Fähigkeiten, die bei einer Fortbildung erhalten oder erweitert werden, etwa bei der Ausbildung zum Meister im erlernten Beruf.

Übrigens empfiehlt sich, dass betriebliche Fortbildungen außerhalb der Firma bzw. des Firmengebäudes stattfinden, denn an einem für die ArbeitnehmerInnen fremden Ort ist der Lerneffekt meist höher und das Gelernte ist später leichter abrufbar, allerdings ist es im Anschluss an eine solche Weiterbildung wichtig, das erworbene Wissen zeitnah im Betrieb anzuwenden, denn sonst gerät das Gelernte bald wieder in Vergessenheit.

Weiterbildung sollte an die Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anknüpfen

Im Projekt „Benefits of Lifelong Learning“, das von der Europäischen Kommission gefördert und vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung koordiniert wurde, wurden auf einer empirische Datenbasis von 8646 Fragebögen und 82 Interviews aus europäischen Ländern (Spanien, England, Deutschland, Schweiz, Italien, Finnland, Tschechien, Rumänien, Slowenien und Serbien) über einen Zeitraum die wesentlichen Merkmale einer erfolgreichen Weiterbildung untersucht. Zwar macht nach dieser Studie lebenslanges Lernen nicht nur klüger, sondern auch gesünder, glücklicher und selbstbewusster, doch diese positiven Aspekte kommen nur dann voll zum Tragen, wenn die Lernenden bei der Weiterbildung – vor allem der beruflichen Weiterbildung – ihren Interessen folgen und persönliche Lernprojekte verwirklichen können. Man hat festgestellt, dass die positiven Effekte von beruflicher Weiterbildung über den Erwerb spezifischer Fähigkeiten und Kenntnisse hinausgeht und vor allem in drei Bereichen wirksam werden kann: in der persönlichen Entwicklung, im sozialen Lernverhalten und in Hinblick auf Familie, Beruf, mentales Wohlbefinden und Gesundheit. Zwar stehen Entwicklungsthemen an sich oft explizit im Interesse von Weiterbildungsveranstaltungen, doch auch implizit wirken sich die Maßnahmen vor allem im Bereich der persönlichen Entwicklung aus, denn TeilnehmerInnen haben anschließend an solche Maßnahmen von einer erhöhten Selbstwirksamkeit oder dem Anstieg von erlebter Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens berichtet. Im sozialen Lernverhalten zeigt sich der positive Einfluss von Weiterbildung konkret nicht nur in einer besseren generellen Lern- und Veränderungsbereitschaft, sondern Weiterbildung kann darüber hinaus auch dazu führen, dass das soziale Engagement der Lernenden steigt. Auch im Bereich von Familie, Beruf, mentalem Wohlbefinden und Gesundheit kann man ebenfalls positive Auswirkungen von Weiterbildung feststellen, denn die TeilnehmerInnen fühlen sich danach den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens besser gewachsen. Generell ist aber dabei nicht nur die freiwillige Teilnahme sondern ebenfalls die Berücksichtigung von individuellen Bildungsinteressen und die Verwirklichung persönlicher Lernprojekte bedeutsam.

Veränderung der Lerngewohnheiten durch die neuen Medien

Durch veränderte Mediennutzungsgewohnheiten unterscheidet sich auch das Lernverhalten jüngerer Menschen von den Lerngewohnheiten älterer. Digital Natives, also Menschen, die mit Smartphones und Tablets aufgewachsen und vertraut sind, kann man eher für E-Learning begeistern, haben aber eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne in Präsenzveranstaltungen und bevorzugen kürzere Lerneinheiten. Bei E-Learning-Angeboten können sie jederzeit mit Smartphone oder Tablet nach zusätzlichen Informationen suchen, denn sie sind digitale Inhalte gewohnt, die kurze Texte, viele Bilder und Verlinkungen enthalten, wobei Verlinkungen zusätzlich eine individuelle Vertiefung der Lerneninhalte ermöglichen. Bei diesen Menschen ist auch der Wunsch nach partizipativen Lern- und Arbeitsformen hoch, denn Angehörige der jüngeren Generation sind an den Umgang mit digitalen Inhalten gewohnt, die mit Plattformen, Foren oder Chats verbunden sind und es ermöglichen, sich mit anderen TeilnehmerInnen auszutauschen und in Diskurs zu treten. Millennials, also Menschen, die etwa zwischen 1980-1999 geboren wurden, lösen im Gegensatz zu früheren Generationen Aufgaben gerne in Gruppen und wollen Wissen und Ideen mit anderen teilen, sind also diskussionsfreudiger, dialogorientierter, wollen nicht nur Wissen aufnehmen, sondern kommentieren, ergänzen, verändern und auch neu erschaffen.

Zur Begriffsverwendung

In der Deutschland hat sich der Begriff Weiterbildung eingebürgert, während in Österreich vorwiegend der Begriff Erwachsenenbildung Verwendung findet. Im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung adult education und continuing education für Erwachsenenbildung beziehungsweise Weiterbildung verwendet.

Literatur

https://erwachsenenbildung.at/aktuell/nachrichten_details.php?nid=12619 (18-10-05))



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