Prosodie

Die Prosodie bezeichnet die Gesamtheit jener lautlichen Eigenschaften einer Sprache, die nicht an den Laut bzw. an das Phonem gebunden sind. Dazu zählen u. a. der Wort- und Satzakzent, die Intonation, die Satzmelodie, Tempo, Rhythmus und Pausen beim Sprechen. In der Kommunikationstheorie wird bei der gesprochenen Sprache zwischen Gesagtem und Gemeintem unterschieden. Erst durch das genaue Zuhören kann man oft erst verstehen, was eine Sprecherin oder ein Sprecher meint. Aufschluss erhält man in der Regel durch drei verschiedene Aspekte der Körpersprache: die Kinesik, also die Bereiche der Mimik, Gestik und Körperhaltung, die Proxemik, also das Verhalten im Raum und eben die Prosodik, also den Einsatz der menschlichen Stimme.

Aus Untersuchungen weiß man, dass der Akzent und die Melodie der Erstsprache sich beim Menschen so stark und irreversibel einprägen, dass sie diesen ein Leben lang begleiten und meist auch die später erlernten Sprachen durchdringen. Beim Erlernen der Erstsprache werden neuronale Verarbeitungsroutinen ausgebildet, die sich später nicht mehr ändern lassen und auf denen alle anderen sprachlichen Lernprozesse aufbauen. So ist das Unvermögen von Asiaten, die Phoneme „r“ und „l“ akustisch voneinander zu unterscheiden darin begründet, denn sie hören den Unterschied trotz deutlicher Aussprache nicht. Das liegt daran, dass in ihrem Sprachraum die Unterscheidung dieser Phoneme keine Rolle spielt. Als Babies und Kleinkinder verfügen sie zwar prinzipiell über diese Fähigkeit, und wenn sie im westlichen Sprachraum aufwüchsen, würde diese auch erhalten bleiben, aber die Exposition mit asiatischen Sprachen führt zu Verschaltungsänderungen, die diese Phonemkategorien zum Verschmelzen bringen. Ein anderes Beispiel ist die Fähigkeit von Skandinaven, mehr als ein Dutzend verschiedener A-Schattierungen heraushören zu können.

Literatur
Stangl, W. (2002). Prägung.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Praegung.shtml (02-03-03)



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