Bildungspsychologie

Der Begriff der Bildung kann auf den mittelalterlichen Philosophen und Theologen Meister Eckhart zurückgeführt werden, der für ihn das Erlernen von Gelassenheit bedeutete und als Gottessache angesehen wurde, damit der Mensch Gott ähnlich werde. Seit dieser Zeit hat der Begriff zahlreiche Bedeutungswandlungen erlebt, die zentrale Bedeutung von Bildung für den Einzelnen und die Gesellschaft ist jedoch weitgehend unverändert und unbestritten geblieben.

Die Bildungspsychologie befasst sich also sowohl mit Bildungsprozessen als auch mit den Bedingungen, unter denen sie vor sich gehen, und allen jenen Maßnahmen, die Bildungsprozesse beeinflussen können. Die Bildungspsychologie ist also jener Teil der pädagogischen Psychologie, der sich mit der Untersuchung des Lehrens und Lernens befasst.

Die Psychologie als Wissenschaft, die das Erleben und Verhalten von Menschen erforscht, hat sich schon früh mit psychologischen Aspekten von Erziehung und Bildung beschäftigt, wobei sich die Bildungspsychologie explizit aus psychologischer Perspektive mit allen Bildungsprozessen beschäftigt, die zur Entwicklung von bildungsbezogenen Persönlichkeitsmerkmalen beitragen, sowie mit den Bedingungen, Aktivitäten und Maßnahmen, die diese Bildungsprozesse beeinflussen, auslösen, aufrechterhalten oder unterstützen. Drei zentrale Bereiche sind hier zu identifizieren:

  • individuelle Bildungskarrieren mit den unterschiedlichen psychologischen Prozessen in den verschiedenen Lebensaltern, also verschiedene altersspezifische Bildungsphasen eines Individuums
  • unterscheidbare Aufgabenbereiche im Sinne konkreter Tätigkeiten, also klassische Aufgabenbereiche der Psychologie wie Forschung, Beratung, oder Prävention
  • die Durchführung bildungspsychologischer Maßnahmen von der gesellschaftlichen Gesamtsicht über die Institutionen bis hin Individuum, die sich also auf unterschiedliche Handlungs- und Abstraktionsebenen abspielen.



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