Primärangst

Entwicklungsgeschichtlich ist nach Freud die Primärangst die erste Angst und entsteht beim Trauma der Geburt, bei der durch einen Klaps auf den Hintern die Atmung aktiviert und der Puls beschleunigt werden soll. Diese erste Angstreaktion wird zum Vorbild für alle zukünftigen Angstreaktionen, da auch beim Erwachsenen mit dem Gefühl der aufsteigenden Angst ein erhöhter Puls und eine beschleunigte Atmung einhergehen. Die Erinnerung des Menschen an das Trauma der Geburt signalisiert nach Auffassung der Psychoanalyse dadurch eine Gefahr.

Für Sigmund Freud ist übrigens Angst stets eine „Angst vor etwas“, wobei ihr aber dennoch immer der Charakter der Unbestimmtheit und Objektlosigkeit anhaftet. Auch Freud wechselt im Sprachgebrauch von Angst zu Furcht, wenn sich die Angst auf ein konkretes Objekt fixiert. Bezogen auf seine Theorie vom „Es“ (das Unbewusste), „Ich“ (das Bewusste) und „Über-Ich“ (das Gewissen, der verinnerlichte Teil der Persönlichkeit) unterscheidet Freud verschiedene Arten von Angst: Primärangst, Realangst und neurotische Angst.

Literatur
Freud, Sigmund (2000). Hemmung: Symptom und Angst. Frankfurt.




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