klassische Testtheorie

In der Klassischen Testtheorie der Psychologie – auch als True Score Test Theory bezeichnet – wird angenommen, dass jeder Wert einer Person auf einem konkreten Item aus zwei Komponenten zusammengesetzt ist: aus dem wahren Testwert der Person und aus einem Fehleranteil. Dieser Fehleranteil ist zugleich einer der Gründe dafür, weshalb zur Erfassung eines Merkmals mehrere Items formuliert werden, denn mehrere Items ermöglichen eine bessere Annäherung an den wahren Testwert einer Person. Außerdem erlauben erst mehrere Items eine differenzierte Erfassung unterschiedlicher Merkmalsausprägungen. Die klassische Testtheorie ist die Grundlage der meisten psychometrischen Testverfahren. Das ist deshalb der Fall, da dieses Modell es einfach erlaubt, Testresultate zu berechnen und Item- bzw. Frageschwierigkeiten zu bestimmen, also etwa im Rahmen der Persönlichkeitsmessung versucht, auf Grund von Testergebnissen wahre Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen festzustellen. Sie geht davon aus, dass das Ergebnis eines Tests mit dem reellen Merkmal übereinstimmt, wobei es aber zu Messfehlern kommen kann, wobei diese bestimmt werden können, damit die wahren Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen sichtbar werden.

Die klassische Testtheorie hat drei grundlegende Probleme:

  • Die Skalendignität der untersuchten Merkmale kann nicht genau angegeben werden.
  • Kennwerte sind stichprobenabhängig, die Zulässigkeit von Aussagen bleibt fraglich.
  • Merkmale können nur operational definiert werden, weil nicht überprüft werden kann, ob die Items des Tests bezüglich der Merkmale homogen sind.




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