Indikator

In den Sozialwissenschaften sind viele Phänomene, die erforscht werden, nicht direkt beobachtbar, weshalb Instrumente notwendig sind, die verlässlich anzeigen, ob und in welchem Ausmaß das interessierende Phänomen vorhanden ist. Diese Anzeiger werden Indikatoren oder Indikatorvariablen genannt. So sind etwa Weltanschauungen nicht als solche direkt sicht- bzw. beobachtbar, jedoch beobachtbar und messbar ist, wie Personen auf diesbezügliche im Fragebogen enthaltenen Fragen oder Aussagen reagieren, sodass die erhobenen Daten als Indikatoren der gemessenen Einstellung gelten können. Eine Indikatorvvariable lässt Rückschlüsse auf eine eigentlich interessierende Variable zu, die empirisch nicht oder nur sehr aufwendig direkt zu erfassen ist. So kann etwa ein Schulabschluss als Indikator des Bildungsstandes, ein Antwortmuster bei der Beantwortung eines Aggressionsfragebogen als Hinweis auf das individuelle Aggressionspotential, die Häufigkeit der Lektüre des politischen Teils der Tageszeitung als Indikator des politischen Interesses gewertet werden. Die Festlegung adäquater Indikatoren ist eine der wichtigsten Anforderungen bei der Operationalisierung von Forschungsfragen.

Quelle
http://www.univie.ac.at/sowi-online/esowi/cp/methodologiesowi/methodologiesowi-30.html (12-011-21))





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