Florida-Effekt

Der Florida-Effekt geht auf ein Experiment des Sozialpsychologen John Bargh aus dem Jahr 1996 zurück, der seine Versuchspersonen zunächst Sätze aus Wörtern bilden ließ, die mit dem Alter assoziiert werden, z. B. „grau“, „Falte“, „vergesslich“, „Glatze“, „Florida“. Danach mussten die ProbandInnen durch einen Gang in einen anderen Raum gehen, woge diese in der Regel deutlich langsamer als andere StudienteilnehmerInnen gingen, die mit neutralen Wörtern Sätze gebildet hatten. Bargh führte diese langsamere Gehen auf Priming zurück, wonach durch subtile Beeinflussungen wie stimmungserzeugende Wörter man implizite Gedächtnisinhalte aktivieren kann, die das Verhalten beeinflussen.

Dass der Florida-Effekt auch in der anderen Richtung funktioniert, konnte dadurch gezeigt werden, dass Probanden fünf Minuten lang betont langsam umhergehen mussten und danach besser als eine Kontrollgruppe jene Wörter identifizieren konnten, die mit alten Menschen assoziiert sind.

Der Florida-Effekt konnte übrigens später in einer Studie nicht reproduziert werden, was zu einer Kontroverse über die Nachweisbarkeit von Priming führte. In letzter Zeit werden diese Forschungsergebnisse daher immer wieder angezweifelt.

Literatur & Quellen

Bargh, J. A., Chen, M., & Burrows, L. (1996). Automaticity of social behavior: Direct effects of trait construct and stereotype priming on action. Journal of Personality and Social Psychology, 71, 230-244.
Morsella, E., Bargh, J. A., & Gollwitzer, P. M. (2009). Oxford handbook of human action. New York: Oxford University Press.
https://de.wikipedia.org/wiki/John_A._Bargh (15-11-21)





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