Das Q-Sort-Verfahren ist ein in der Psychologie eingesetztes Ratingverfahren, das u.a. zur Messung von Selbstkonzepten eingesetzt wird. Dabei wird eine Anzahl von Items mit personenbezogenen Feststellungen in eine vorgegebene Anzahl von Kategorien eingeordnet, die z.B. nach der Dimension “trifft für mich zu” bis “trifft für mich nicht zu” angeordnet sind. Die aus der Sortierung resultierende Häufigkeitsverteilung dieser personenbezogenen Items in den Kategorien sollte einer Normalverteilung entsprechen, d.h., die Anzahl der Items pro Kategorie wird vorgeben. Das hat den Vorteil, dass die Ratingskala vor einer mangelhaften Ausnützung geschützt ist.

In der klassischen Variante nach Stephenson werden hundert Items in elf Kategorien sortiert, und die erhobenen Daten werden mit der Q-Technik korrelationsanalytisch weiterverarbeitet. Je nach Instruktion kann eine Person ihr aktuelles Selbstbild oder ihr ideales Selbstbild darstellen. Auch können aus der Differenz zwischen idealem und aktuellem Selbstbild Diskrepanzmaße ermittelt werden, die z.B. als Selbstwertschätzung interpretiert werden können. Diese Technik wurde von Carl Rogers zur Überprüfung der Erfolgs in der Gesprächspsychotherapie eingesetzt. Das Q-Sort-Verfahren vermeidet emotionale Belastungen auf der Seite des KlientInnen und bietet die Möglichkeit, verschiedene Beurteilerperspektiven zu berücksichtigen.

Die Q-sort Methode ist als Rangordnungsverfahren eine Methode, die die Erfassung komplexer Meinungsbilder, Einstellungen und Wertorientierungen aus subjektiver Perspektive ermöglicht. Einer der Vorteile dieses Verfahrens gegenüber etwa Fragebogenverfahren ist, dass jeder Proband im Rahmen einer Selbstbeurteilung sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen formulieren muss. Da bei der Selbstbeurteilung positive und auch negative Eigenschaften angegeben werden müssen, kann ein Proband nicht generell bei allen Items einseitige Einschätzungen abgeben wie „sehr relevant“ oder „nicht relevant“, sodass die Ratingskala vor einer mangelhaften Ausnützung geschützt ist. Dabei steht auch jede Aussage in direkter Beziehung zu allen anderen Aussagen, sodass sich der Proband deshalb mehr Zeit für die Bearbeitung nehmen muss. Generell liefert das Verfahren ipsative, d. h., intraindividuelle Daten, da Aussagen darüber gemacht werden, welche Persönlichkeitsmerkmale individuell als stark oder schwach in Relation zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen und nicht im Vergleich zu anderen Personen oder zu einer Außennorm wahrgenommen werden.

Praktisch werden bei diesem Rangordnungsverfahren üblicherweise Karten, auf denen Statements, einzelne Wörter oder auch Bilder gedruckt sein können, entlang einer Skala, etwa von “zutreffend” bis “nicht zutreffend” in Relation zueinander geordnet. Das bedeutet, dass nicht jedes Statement unabhängig von den anderen bewertet wird, sondern alle Statements werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Ein solches Set von Karten, welches unter bestimmten Instruktionsbedingungen (abhängig vom Erkenntnisinteresse des Forschers) sortiert werden soll, bezeichnet man als Q-Set.

Literatur

Stephenson, W. (1953). The study of behavior: Q-technique and its methodology. Chicago: University of Chicago Press.
Stephenson, W. (1987). Q-methodology: Interbehavioral and quantum theoretical connections in clinical psychology. In D.H. Ruben & D.J. Delprato (Eds.), New ideas in therapy (pp. 95-106). Westport, CT: Greenwood.


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