Als Sättigung bezeichnet man in der Psychologie den Zustand der Abneigung gegen eine wiederholt ausgeführte Handlung, der ähnliche Symptome wie die Monotonie aufweist. Diese Symptome verschwinden bei einem Wechsel der Tätigkeit.

Siehe auch psychische Sättigung.


Psychologisch nicht uninteressant ist auch die Sättigung durch Nahrungsaufnahme und Trinken, denn dabei spielen sowohl physiologische als auch psychische Komponenten eine wichtige Rolle. Sättigung ist allgemein jener Prozess, durch den Essen und Trinken den Appetit reduziert. Für den Durst spielen oropharyngeale Signale eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Sättigung, indem sie dem Gehirn das Volumen der aufgenommenen Flüssigkeit mitteilen. Dabei wird der Wasser- und Salzgehalt des Magen-Darm-Traktes genau gemessen und an das Gehirn übermittelt, um das Trinkverhalten zu kontrollieren. Dieses osmosensorische Signal ist notwendig und ausreichend für die Sättigung beim normalen Trinken ist. Einzelne Neuronen berechnen dabei den homöostatischen Bedarf, indem sie diese gastrointestinalen osmosensorischen Informationen mit oropharyngealen (Mund und Rachenraum) und blutübertragenen Signalen vergleichen, wodurch das Trinkverhalten dynamisch gesteuert wird. Schon bei einem Flüssigkeitsverlust von nur ein bis zwei Prozent des Körpergewichts oder bei erhöhter Salzeinnahme etwa durch übermäßig salzige Nahrung (Chips, Fastfood) stellt sich das Durstgefühl ein. Alle diese Erkenntnisse wurden dabei allerdings nur am Maus-Modell gewonnen und bestätigt, es dürfte aber kein Zweifel bestehen, dass diese Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragbar sind 😉

Es hat sich in Untersuchungen an Tieren übrigens herausgestellt, das das Mischungsverhältnis von 50 % Kohlenhydraten zu 35 % Fett bei diesen das Belohnungszentrum im Gehirn besonders anspricht. Für den Urmenschen war es oft schwierig, genug zu essen zu besorgen, sodass immer alles gegessen wurde, was verfügbar war, wobei der Energiegehalt dabei nicht hoch genug sein konnte. Dieser ist etwa bei Kartoffelchips mit 500 Kilokalorien pro 100 Gramm sehr hoch. Bei diesen entscheidet übrigens auch nicht das Sättigungsgefühl darüber, wann man aufhört diese zu essen, sondern das Auge muss die leere Chipstüte erst sehen, damit das Signal Ende der Nahrungsaufnahme im Gehirn ankommt.

Literatur

Zimmerman, Christopher A., Huey, Erica L., Ahn, Jamie S., Beutler, Lisa R., Tan, Chan Lek, Kosar, Seher, Bai, Ling, Chen, Yiming, Corpuz, Timothy V., Madisen, Linda, Zeng, Hongkui & Knight, Zachary A. (2019). A gut-to-brain signal of fluid osmolarity controls thirst satiation. Nature, doi:10.1038/s41586-019-1066-x.


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