Gruppenarbeit ist eine spezielle Unterrichtsmethode, eine Sozialform, die bei geschickter Eingliederung in den Unterricht zu gesteigertem Lernerfolg unter den SchülerInnen führen kann. Sie eine sehr anspruchsvolle Sozialform, die in der Schulwirklichkeit bisher auch oft bei LehrerInnen und auch SchülerInnen relativ unbeliebt ist, wobei solche Vorurteile und Probleme sich meist auf die falsche Planung, Organisation und Durchführung dieser Sozialform zurückführen lassen. Dabei wäre es  einfach, die Grundregeln einzuhalten, also zu beachten, dass Gruppenarbeit in vier Phasen zu unterteilen ist:

  •     Vorbereitungsphase
  •     Durchführung
  •     Präsentation und Auswertung
  •     Feedback und Evaluation

Gruppenarbeit als Sozialform kann in allen Unterrichtssituationen angewendet werden, sei es zur Vorbereitung auf ein neues Thema, bei der sich die SchülerInnen vor der Unterrichtsreihe überlegen können, was ein Thema zu bedeuten hat, oder zur Vertiefung gewisser Themenaspekte oder aber zur Wiederholung einer Unterrichtseinheit. In jedem Fall ist auf die Ergebnissicherung zu achten (siehe Reich, 2012).

Motivation in Gruppen

Torka, Mazei & Hüffmeier (2021) haben in einer Metastudie Daten von mehr als 300.000 ProbandInnen untersucht, ob sich Menschen in Teamarbeit mehr motiviert fühlen als wenn sie alleine arbeiten. Bekanntlich besteht die Hypothese, dass Menschen in Teamarbeit weniger motiviert an ihre Aufgaben herangehen, als wenn sie allein tätig sind. Teamarbeit st nicht per se demotivierend oder motivierend, sondern die konkrete Gestaltung von Teamarbeit ist dafür entscheidend, ob Motivationsgewinne, also mehr Anstrengung, oder Motivationsverluste, also weniger Anstrengung, auftreten. Teamarbeit ist etwa motivierend, wenn Mitglieder einen unverzichtbaren Beitrag leisten oder wenn sie sich mit einem moderat stärkeren Teammitglied vergleichen können. Um einen positiven Effekt zu erzielen, reicht es hingegen nicht aus, dass sich die individuellen Beiträge zur Teamarbeit bewerten lassen. Als Randbedingungen fand man sowohl Faktoren, die das Ergebnis je nach Ausprägung positiv oder negativ beeinflussen können, als auch Faktoren, die nur in eine Richtung wirken. Waren beispielsweise die individuellen Beiträge unverzichtbar, so zeigten sich Motivationsgewinne, doch waren sie verzichtbar, traten Motivationsverluste auf. Diese beiden Befunde sind also zwei Seiten derselben Medaille. Bei anderen Randbedingungen gab es hingegen keinen Umkehreffekt, denn soziale Unterstützung wirkt ausschließlich positiv, während individuelle Bewertbarkeit negative Folgen hat, sofern diese fehlt. Man fand auch Unterschiede zwischen objektiv und subjektiv gemessener Motivation, denn Menschen berichten meist gerne davon, wenn sie sich im Team tatsächlich mehr angestrengt haben, während es verschwiegen wird, wenn man sich im Team aber weniger angestrengt hat. Motivationsverluste bei der Teamarbeit scheinen außerdem in Laborstudien größer zu sein als in Feldstudien, was darauf hinweist, dass die Relevanz von Motivationsverlusten für die Praxis überschätzt wird.

Literatur

Reich, Kersten (Hrsg.) (2012). Methodenpool. Gruppenarbeit.
WWW: http://www.uni-koeln.de/hf/konstrukt/didaktik/gruppenarbeit/frameset_vorlage.html (11-03-21)
Torka, A.-K., Mazei, J. & Hüffmeier, J. (2021). Together, everyone achieves more—or, less? An interdisciplinary meta-analysis on effort gains and losses in teams. Psychological Bulletin, 147, 504–534.


Weitere Seiten zum Thema

Schreibe einen Kommentar