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Versprechen


Als Versprechen bezeichnet man in der Psychologie einen unvollständigen Vertrag, der zwischen zwei Personen existiert, die ein für beide zufriedenstellendes Ergebnis erbringen wollen. Ein unvollständiger Vertrag – auch relationaler Vertrag – ist also ein Vertrag zwischen zwei Menschen, bei dem nicht alle Eventualitäten ex ante vertraglich festgelegt bzw. berücksichtigt werden können. Da unvollständige Verträge nicht alle künftigen Kontingenzen berücksichtigen, verbleiben für die Vertragsparteien Verhaltens- bzw. Entscheidungsfreiräume, die nicht durch spezifizierte Rechte und Pflichten prädeterminiert sind. Entscheidungsfreiräume können sich dabei auf die Erbringung des vereinbarten Eigenbeitrags oder die Weitergabe von Informationen beziehen.

Ein Beispiel: Ein Friseur verspricht eine Frisur, mit der der Kunde am Ende glücklich sein soll, dem bleibt also nichts anderes übrig, als dem Friseur zu vertrauen. Gelingt der Haarschnitt, kann er sich über sein neues Aussehen freuen, misslingt die Frisur aber, kann es massive Auswirkungen auf beide haben, denn der Frisierte schämt sich in der Öffentlichkeit für sein Aussehen, doch er kann in seiner sozialen Gruppe verbreiten, dass der Friseur unfähig ist und nicht mehr besucht werden sollte.

Übrigens: Das Versprechen ist ein Grundbegriff des allgemeinen Rechts der vertraglichen Schuldverhältnisse. Das frühe Grundmodell des römischen Vertragsrechts war der einseitig verpflichtende Vertrag der stipulatio, wobei dieser aus der an eine bestimmte Form geknüpften Frage des Gläubigers an den Schuldner bestand, etwas zu tun oder zu unterlassen, und der ebenfalls an eine bestimmte Form geknüpften bejahenden Antwort in Form eines Versprechens. Obwohl das Versprechen der zentrale Bestandteil der stipulatio war, begründete es für sich genommen keine Verpflichtung des Versprechenden. Da die Frage des Gläubigers Ausgangspunkt der Vertragsanbahnung war, war aus Sicht des versprechenden Schuldners das jeweilige Versprechen durch die vorangegangene Frage bereits angenommen.


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