Polydaktylie

Polydaktylie bzw. Vielfingrigkeit bezeichnet das Merkmal jener Menschen, die von Geburt an mehr als fünf Finger pro Hand oder Zehen pro Fuß haben und für diese Gliedmaßen eigene Muskeln und Nerven entwickelt haben. Polydaktylie ist dabei eine vererbbare, angeborene, anatomische Besonderheit, die auch bei Tieren zu finden ist. Besonders häufig findet sich ein- oder beidseitig ein jeweils sechster Finger, meist ein unvollständiger Doppeldaumen oder doppelter großer Zeh. Eines von fünfhundert Neugeborenen ist davon betroffen, bei Afrikanern tritt sie häufiger auf als bei Europäern, bei Männern öfter als bei Frauen. Bei der häufigsten Form der Polydaktylie von sechs Fingern spricht man von einer Hexadaktylie.

Polydaktylie bedeutet auch, dass Betroffene meist erweiterte motorische Fähigkeiten besitzen und ihre zusätzlichen Finger frei einsetzen können, ähnlich wie einen weiteren Daumen. Dadurch können sie ihre Hand außergewöhnlich vielseitig und geschickt nutzen, was beweist, dass das menschliche Gehirn durchaus die Kapazität besitzt, weitere Gliedmaßen zu kontrollieren, ohne an anderer Stelle auf etwas verzichten zu müssen.

In der Biologie und Medizin gilt Polydaktylie als krankhafte Fehlentwicklung, doch aus Sicht der Evolutionären Entwicklungsbiologie liefert das Phänomen eine zusätzliche Sicht darauf, wie Innovationen in der Evolution entstehen können, und zwar entwicklungsmäßig innerhalb einer Generation und diese vererbbar sind.

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