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Mikrolernen


Mikrolernen – microlearning – ist eine Form des Lernens in kleinen Portionen, häufig auch unter Verwendung von spezieller Software auf dem Computer oder dem Smartphone. Diese Form des Lernens weist im Unterschied zu klassischen Lernprozessen folgende Charakteristiken auf: es dauert nur einige Sekunden bis maximal 15 Minuten, es gibt einfache, rasch erfassbare Lerneinheiten, der Lernende erhalten das Feedback direkt und sofort. Mikrolernen kann auch als gesteuertes informelles Lernen bezeichnet werden, weil Lernende sich abseits von formalen Lernangeboten die Inhalte selbst wählen bzw. dieses mitgestalten.

Mikrolernen bezeichnet somit ein Lernen in vielen kleinen Lerneinheiten und in kurzen Schritten, das auch immer häufiger auch über das Internet angeboten wird. So könnte sich E-Learning nach Meinung von Experten noch individueller gestalten lassen, denn so kann man Fremdsprachen auch in kleinen Portionen lernen. Dadurch kann sich das Lernen dem Lebens- und Arbeitsrhythmus der Lernenden anpassen, etwa die Verarbeitung von kleinsten Informationseinheiten in den Zwischenräumen des täglichen Lebens, z.B. in der U-Bahn oder in der Arbeitspause. Die Lernprozesse können so in den Arbeitsalltag von Berufstätigen aber auch den von SchülerInnen und StudentInnen integriert werden, weil er orts- und zeitunabhängig stattfinden kann.

Viele Organisationen setzen das Mikrolernen oft als Ergänzung zu traditionellen Schulungsmaterialien ein, um den Mitarbeitern gleichzeitig eine Möglichkeit zu bieten, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen durch das Mikrolernen auszubauen. Mikrolernen ist daher eine Methode für das kontinuierliche Lernen in Unternehmen, wobei das nicht selten wie bei anderen Formen der betrieblichen Weiterbildung eingesetzt wird, um die Kosten traditioneller innerbetrieblicher Methoden zu reduzieren.

Mikrolerneinheiten sollte dabei rasch überblickbar sein, wobei gut geeignete Formate ein Wort oder eine Wortgruppe, ein kurzer Text, ein selbstsprechendes Bild, ein Bild mit wenigen Zeilen erklärenden Texts darstellen. Eine Mikrolerneinheit sollte klar ausdrücken, worum es dabei geht, eine in sich geschlossene Einheit bilden, die ohne Zusatzinformation auskommt. Ein häufiger Fehler bei der Implementierung von Mikrolernen ist der Versuch, bestehende Lektionen wie etwa Videos oder Artikel einfach zu kürzen oder in mehrere Teile aufzuteilen. Ein wichtiger Aspekt des Mikrolernens ist nämlich die Bereitstellung von Inhalten, die in sich abgeschlossen sind, d. h., die oder der Lernende muss in der Lage sein, ein einzelnes Mikrolernmodul zu absolvieren, ohne dass eine weitere Einheit zwingend notwendig ist. Jede Einheit sollte sich daher auf nur ein bis zwei Konzepte oder Ideen konzentrieren, um effektiv erlernbar zu sein.


In den siebziger Jahren verstand man in der Psychologie (vorwiegend in der Arbeits- und Organisationspsychologie) unter Micro teaching ein Verhaltenstraining im Rahmen eines Human Relations Trainings, in dem bestimmte Verhaltensformen mittels verschiedenen Übungen, gelehrt und erlernt werden sollten. So verstand man darunter etwa das Üben des Verhaltens bei einem Vorstellungsgespräch, das Training einer Verhandlungsführung, das Verhalten eines Lehrers während des Unterrichts.

Literatur

Dwight, Allen & Ryan, Kevin (1969). Microteaching. Reading, Mass.: Addison-Wesley.
Gassler, Gerhard (2004). Integriertes Mikrolernen. Diplomarbeit. Universität Innsbruck.
Hug, Theo (Hrsg.) (2007). Didactics of Microlearning. Concepts, Discourses and Examples. Münster: Waxmann.
Stangl, W. (1998). Verhaltenstraining.
WWW: https://www.stangl.eu/psychologie/definition/Verhaltenstraining.shtml (1998-04-10).
Stangl, W. (2014). eLearning, E-Learning & Blended Learning. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Elearning.shtml (2014-04-10)
Stangl, W. (2014). Mikro-Lernen – ein neuer Trend. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: https://lernen.lerntipp.at/26/mikro-lernen-ein-neuer-trend (2014-04-10)


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