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Chronopsychologie


Die Chronopsychologie beschäftigt sich mit der zeitlichen Organisation von Lebewesen und berücksichtigt dabei psychische Rhythmen, die sich in Verbindung mit dem Faktor Zeit verändern. Während die Chronobiologie und Chronomedizin versuchen, Einflüsse und Wirkungen auf die Chronopsychologie, also auf die zeitliche Ordnung und Organisation von Lebewesen, zu erklären, beschäftigt sich die Chronopsychologie mit Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten des Menschen sowie auf seine Leistungsfähigkeit. Sie baut somit auf Aussagen auf, die sich auf die Zeitstruktur des Erlebens, Verhaltens und der Leistungsfähigkeit beziehen. Dabei ist wesentlich, dass Zeit subjektiv und anders als den realen Abläufen entsprechend empfunden werden kann, wobei das subjektive Zeitempfinden als subjektive Zeitdehnung und Zeitraffung erlebt werden kann, wobei daran affektive, kognitive und Entscheidungsprozesse beteiligt sind.

Solche Rhythmen teilt der Mensch mit der gesamten Natur, denn man findet sie beim Einzeller wie beim Astrophysiker im Weltraum, d. h., Rhythmen stabilisieren und dynamisieren Entwicklungen in Mikrobereichen wie im Weltall. Dabei können Menschen ihre innere Uhr, also den zirkadianen Rhythmus, nicht wirklich beeinflussen, doch sie kann sich im Lauf des Lebens ohne eignenes Zutun verändern. In früher Kindheit beginnt die natürliche Hellwach-Phase meist relativ früh und verlagert sich häufig im Lauf des Lebens auf mehr oder weniger spätere Tageszeiten, wobei sich im hohen Alter der Trend wieder zurück in Richtung Frühaufsteher umkehren kann. Studien belegen, dass in den Hellwach-Zeiten die Lernfähigkeit, die Erinnerungsfähigkeit, die Problemlösefähigkeit und viele andere Kompetenzen um ein Mehrfaches höher liegen als in unvorteilhaften Phasen. Junge Erwachsene zeigen meist am frühen Nachmittag die beste Leistung, Ältere erreichen ihr Leistungshoch öfter am Morgen. Der übliche soziale Rhythmus in westlichen Gesellschaften orientiert sich eher an Frühaufstehern, sodass die meist lebenslang konstanten Nachteulen tendenziell benachteiligt werden, und zwar zunächst in der Schule und in der Ausbildung, später im Berufsleben, sodass ihre Leistung möglicherweise immer unter ihrem Potenzial bleibt. Hinzu kommt, dass Spätaufsteher gern als Faulenzer diskriminiert werden.

Anmerkung: Die Chronopsychologie sollte sich mehr in die aktuelle Diskussion um die Zeitumstellung in Sommer- und Normalzeit einschalten, denn es gilt als weitgehend gesichert, dass sowohl der Wechsel als auch eine Umstellung auf permanente Sommerzeit nicht den natürlichen Rhythmen des Menschen entsprechen. Siehe dazu Biologische Rhythmen und Unbedingt Normalzeit als Standardzeit einführen, d. h., die aktuelle Winterzeit. Besonders Schulkinder und Studenten, die das Gelernte bei einem chronischen Schlafmangel nicht genügend verarbeiten können, leiden unter einer permanenten Sommerzeit.

Literatur

Baudson, T.G., Seemüller, A. & Dresler, M. (Eds.). Chronobiology and Chronopsychology. Pabst.
Stangl, W. (2019). Biorhythmus – Biologische Rhythmus – Schlaf – Musik – Jet lag – Taktgeber. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Biorhythmen.shtml (2019-03-29).
Stangl, W. (2019). Unbedingt Normalzeit als Standardzeit einführen, d. h., die aktuelle Winterzeit. Werner Stangls Psychologie News.
WWW: https://psychologie-news.stangl.eu/2996/unbdingt-normalzeit-als-standardzeit-einfuehren-d-h-die-aktuelle-winterzeit (2019-03-29)
https://de.wikipedia.org/wiki/Chronopsychologie (14-04-01)


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