Brunner-Syndrom

Das Brunner-Syndrom ist ein genetisch bedingter Monoaminooxidase-A-Mangel, der mit einer impulsiven Aggressivität einhergeht.

Das Brunner-Syndrom – benannt nach dem Erstbeschreiber H. G. Brunner (s. u.) – ist demnach eine erbliche Stoffwechselstörung, die ausschließlich Männer betrifft bei gleichzeitig oft geminderter Intelligenz zu starker Impulsivität, überhöhtem sexuellen Verlangen, extremen Stimmungsschwankungen und dem Hang zur Gewalttätigkeit führt.

Entdeckt wurde diese Mutation 1993 von H. G. Brunner bei einer Familie, deren männliche Mitgliederin fünf Generationen durch ihr aggressives Verhalten und ihren Hang zur Kriminalität auffielen, wobei bei allen das MOA-A-Gen so stark verändert war, dass keinerlei Monoaminooxidase A mehr produziert wurde.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Mutationsformen dieses Gens, die allerdings weniger eindeutige Auswirkungen haben. Bei einer Untersuchung von Männern, die in ihrer Kindheit misshandelt worden waren, etwa durch Prügel oder Vernachlässigung, zeigte sich, dass Männer mit diesem defekten MOA-A-Gen auch als Erwachsene deutliche Spuren ihrer Vergangenheit trugen, also aggressiver und asozialer waren als Männer mit normalhohen MOA-A-Werten.

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