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Kampf- oder Flucht-Reaktion


Die Kampf- oder Flucht-Reaktion bzw. Fight-or-flight-Reaktion (Cannon) ist die Reaktion eines Individuums auf einen akuten Stressor in einer Art Notfallreaktion. Während der Fight-or-flight-Reaktion veranlasst das Gehirn, dass durch Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems Impulse an das Nebennierenmark gesendet werden, die dort eine schlagartige Freisetzung von Adrenalin bewirken, das u. a. das Herzminutenvolumen, die Körperkraft  und die Atemfrequenz erhöht. Verantwortlich dafür ist die direkte Anbindung des Stammhirns, des entwicklungsgeschichtlich ältesten Teils des Gehirns, an das Großhirn, wobei vor allem Männer Stresssituationen mit diesem älteren Areal verarbeiten, der mit Sexualität, Flucht und Aggression in Verbindung steht. Männer sind daher bei emotionalen Herausforderungen evolutionär bedingt eher auf dieses Prinzip des Fight-or-flight konditioniert, während Frauen eher auf Tend-and-befriend eingestellt sind, wobei gesellschaftliche Wertvorstellungen und Rollenbilder diese urzeitlichen Verhaltensmuster zusätzlich verstärken. Zwar zeigen auch Frauen eine Fight-or-flight Reaktion, bei ihnen ist diese aber in schwächerem Umfang vorhanden, denn in gefährlichen Situationen neigen sie eher dazu, sich zu schützen, indem sie sich einer Gruppe anschließen.

In solchen Schrecksekunden tritt darüber hinaus eine Art Zeitlupeneffekt ein, bei dem sich Abläufe in der Außenwelt scheinbar verlangsamen, was durch das stark erhöhte Erregungsniveau des Körpers in einer Fight-or-flight-Situation bedingt ist, wodurch physiologische und mentale Vorgänge vergleichsweise schneller ablaufen, d. h., der ganze Organismus ist auf eine möglichst rasche Überlebensreaktion ausgerichtet.

Übrigens: Lebewesen – besonders wird das bei Tieren sichtbar- haben zwischen Flucht und Angriff noch eine dritte Reaktionsmöglichkeit, nämlich sich tot zu stellen, sich nicht mehr zu bewegen, alles über sich ergehen zu lassen. Eine Form des mentalen Blackouts, denn das Gehirn ist dann nicht mehr in der Lage, zwischen der reinen Vorstellung und der echten Realität zu differenzieren. Das kann auch dadurch geschehen, dass man die Gefahrensituation völlig ignoriert und etwa ganz anders macht. Auch manche Menschen beginnen in einer Bedrohungslage zu singen oder zu tanzen, was für einen Beobachter verrückt erscheinen mag, letztlich aber auch einen Angreifer, der gewohnt ist, dass sein Opfer entweder flieht oder zu kämpfen beginnt, einfach so verwirrt, dass dessen Aggression ins Leere geht.

Literatur

Stangl, W. (1997). Emotion – Psychophysiologische Merkmale. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/EmotionPsychophysik.shtml (97-03-21)

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