Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten.

scaffolding


Der aus dem Englischen stammende Begriff Scaffolding (scaffold bzw. scaffolding bezeichnet ein Gerüst) wird in den konstruktivistischen Lerntheorien verwendet, um im pädagogisch-psychologischen Kontext die Unterstützung eines Lernprozesses durch die Bereitstellung einer ersten vollständigen Orientierungsgrundlage in Form von Anleitungen, Denkanstößen und anderen Hilfestellungen zu beschreiben. Mit Hilfe von Scaffolding sollen SchülerInnen darin unterstützt werden, sich neue Inhalte, Konzepte und Fähigkeiten selber zu erschließen, und zwar sowohl sprachlich als auch fachlich, indem Lernende dazu angeleitet werden, anspruchsvollere Aufgaben zu lösen als solche, die sie allein leicht bewältigen könnten. Zur erfolgreichen Gestaltung von Lern- und Entwicklungsprozessen wird Scaffolding häufig für SchülerInnen mit Lernschwierigkeitenan gedacht, wobei als Lehr- und Lernstrategie eine Verbindung zwischen effektivem Unterricht und optimalen Lern- und Entwicklungsergebnissen geschaffen werden soll. Unter dem Aspekt der Unterrichtsziele, der Kompetenzerwartungen, der Inhalte und des Sprachfokus wird zwischen Ausgangspunkt und Ziel im Lern- und Entwicklungsbereich ein Unterstützungssystem angebote, das den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Kompetenzerwartungen situativ und individualisiert angepasst werden kann. Ziel dabei ist, dass der Lernende allmählich  dieses Gerüst immer weniger benötigt, um sich in dem jeweiligen Kontext zurechtzufinden. So werden durch die Methode des Scaffolding SchülerInnen durch eine systematische Veränderung der  Unterrichtssituation und mit Hilfe des Lehrers in die Lage versetzt, sich etwa bildungssprachliche Formulierungen anzueignen.

Das Konzept wurde 1976 von Wood, Bruner und Ross empirisch eingeführt und von Vygotsky mit der “Zone der proximalen Entwicklung” in Verbindung gebracht, wobei er diesen Begriff nur in einer metaphorischen Bedeutung als Möglichkeit einer temporären und unzureichenden Annäherung an einen Unterrichtsgegenstand verstand. Scaffolding ist auch ein zentraler Schritt im Konzept der Cognitive Apprenticeship. Siehe dazu Stangl (2007).

Scaffolding ist darüber hinaus auch ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung von WebQuests, denn dabei werden etwa Bewertungsmaßstäbe offengelegt, nützliche Literatur angegeben und eine klare Anleitung formuliert.

Obwohl Scaffolding ein wichtiges und häufig untersuchtes Konzept ist, gibt es viele Diskussionen über seine Konzeptualisierungen, sein Erscheinungsbild und seine Wirksamkeit. Ausgehend von der einschlägigen Literatur des letzten Jahrzehnts haben van de Pol et al. (2010) die drei Hauptmerkmale des Scaffolding (Kontingenz, Verblassen und Übertragung von Verantwortung) untersucht und geben ein Überblick über die zahlreichen deskriptiven Studien, die über das Erscheinungsbild von Scaffolding und die Klassifikation von Scaffoldingstrategien berichten. Diese Strategien werden in einem Analyserahmen synthetisiert, wobei zwischen Scaffoldingmitteln und -absichten unterschieden wird. In einer abschließenden Diskussion wird die geringe Anzahl der verfügbaren Wirksamkeitsstudien erörtert, wobei die Ergebnisse nahe legen, dass Scaffolding effektiv zu sein scheint, doch dürfte das große Problem eine valide Messung dieses Konzepts zu sein, da die Ausprägungen des Systems zu hetereogen sind, um miteinander verglichen zu werden.

Literatur

Gibbons, P. (2002). Scaffolding Language, Scaffolding Learning. Teaching Second Language Learners in the Mainstream Classroom. Portsmouth (NH): Heinemann.
van de Pol, Janneke, Volman, Monique & Beishuizen, Jos (2010). Scaffolding in Teacher–Student Interaction: A Decadeof Research. Educ Psychol Rev, doi:10.1007/s10648-010-9127-6296.
Stangl, W. (2007). Die konstruktivistischen Lerntheorien: Cognitive Apprenticeship.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/LerntheorienKonstruktive.shtml (07-03-17)
Vygotsky, L. S. (1962). Thought and language. Cambridge, MA: MIT Press.
Wood, D., Bruner, J. S., & Ross, G. (1976). The role of tutoring in problem-solving. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 17, 89–100.


Weitere Seiten zum Thema

Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:



You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu



© Werner Stangl Linz 2020
/p> ...............
<