spreading

Als spreading oder blooming bezeichnet man in der Entwicklungspsychologie eine Phase in der frühkindlichen Entwicklung, in der im kindlichen Gehirn eine Überproduktion synaptischer Verbindungen stattfindet, wobei diese Überproduktion vor allem für das räumliche Sehen und die Formwahrnehmung von entscheidender Bedeutung ist. Schielt etwa ein Kind in dieser Phase für eine Zeit von mehr als sechs Wochen, ohne dass diese Sehstörung behandelt wird, dann ist seine Form- und Raumwahrnehmung später auf Dauer eingeschränkt. Es handelt sich also um eine sensible Phase des visuellen Lernens. Im visuellen Cortex setzt ab dem ca. 8. Lebensmonat das pruning, der Abbau synaptischer Verbindungen ein, der bis zum 9. Lebensjahr anhält und damit das Ende der sensiblen Phase für das Wahrnehmungslernen markiert (vgl. Johnson, 2006).

Literatur
Johnson, M. (2006). Developmental cognitive neuroscience. Malden, MA: Blackwell.

Schreibe einen Kommentar

Du musst eingeloggt um einen Kommentar zu hinterlassen.

*