Immungedächtnis

Wenn das Immunsystem mit einem Erreger konfrontiert ist, es also zu einer Erstinfektion gekommen ist, stürzen sich  Makrophagen und andere Abwehrzellen auf die Erreger, fressen sie auf und präsentieren Bruchstücke ihrer Mahlzeit den Lymphozyten. Die Lymphozyten teilen sich dann und bilden im Rahmen dieser Teilungsprozesse neben Zellen, die spezifische Antikörper gegen den Erreger herausbilden, darunter auch Gedächtniszellen, die sich an den Erreger erinnern. Jede Antigen-Antikörper-Reaktion hat auch zur Folge, dass sich der Organismus diese Reaktion speichert, um bei erneutem Eindringen eines bereits dann bekannten Antigens in den Körper sehr schnell mit dem passenden Antikörper reagieren zu können. In diesem Fall spricht man von dem Immungedächtnis. Wenn der Erreger also wieder in den Körper eintritt, reagieren diese Gedächtniszellen sehr schnell und können seine Ausbreitung frühzeitig verhindern. Nach einer Erstinfektion speichert das Immunsystem daher das Wissen über den Erreger und wie es damit umgehen muss, damit es ihn bei einer erneuten Infektion noch schneller und effizienter bekämpfen kann. Als 1846 auf den Faröer-Inseln die Masern ausbrachen, war die Erinnerung an die letzte schwere Epidemie im Jahre 1781 schon erloschen. Doch kein Bewohner, der älter als 64 Jahre war, erkrankte erneut, während deren nahe Verwandte und Kinder hingegen nicht geschützt waren. Das Immungedächtnis war nach dem primären Kontakt mit dem Erreger im Prinzip in der Lage, lebenslang vor diesem zu schützen kann.

Das menschliche Immunsystem verfügt also ebenfalls über ein Gedächtnis, das sich vor allem mit den Informationen zu Krankheitserregern beschäftigt, denn das Immunsystem kann nur richtig und schnell funktionieren, wenn es die Krankheitserreger sofort wieder erkennt, die ihm schon einmal untergekommen sind, und sich gemerkt hat, wie es gegen sie vorgehen muss. Ist es zu einer Erstinfektion gekommen, stürzen sich die Makrophagen und andere Abwehrzellen auf die Erreger, fressen sie auf und präsentieren Bruchstücke ihrer Mahlzeit den Lymphozyten. Diese Lymphozyten teilen sich dann und bilden im Rahmen dieser Teilungsprozesse neben Zellen, die spezifische Antikörper gegen den Erreger herausbilden, auch Gedächtniszellen, die sich an den Erreger erinnern. Wenn der Erreger also wieder in den Körper eintritt, reagieren diese Gedächtniszellen sehr schnell und können seine Ausbreitung frühzeitig verhindern. Nach einer Erstinfektion speichert das Immunsystem also in seinem Gedächtnis Wissen über die Erreger, damit es sie bei einer erneuten Infektion noch schneller und effizienter bekämpfen kann. Man vermutet, dass der Tiefschlaf für diese Art der Gedächtnisbildung im Immunsystem fundamental wichtig ist, denn in einem Experiment, in dem Versuchspersonen nach einer Impfung geschlafen und dabei sehr viel Zeit im Tiefschlaf verbrachten hatten, besaßen noch ein Jahr später erheblich mehr Antikörper im Blut als die TeilnehmerInnen in der Kontrollgruppe, die nach der Impfung die ganze Nacht über wach geblieben waren. Es kann daraus geschlossen werden, dass auch das menschliche Immunsystem den Schlaf nutzt, um ein solches Gedächtnis zu formen und zu stabilisieren.

Quelle
Interview mit Jan Born, Schlafforscher der Uni Tübingen.
WWW: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wissen/mensch/Lernen-im-Schlaf;art1185449,1975802 (13-05-01)



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