Intellektualisierung

Intellektualisierung in der Psychologie steht für die Überbetonung des Verstandesmäßigen durch einem´n Menschen, wobei meist Emotionen  auf Logik reduziert werden. Ein Grund für die Intellektualisierung ist der Versuch, durch abstraktes Denken bzw. Generalisierung emotionale Konflikte kontrollieren oder minimieren will. In manchen Fällen versuchen Menschen durch die Intellektualisierung starke Gefühle wie Scham zu vermeiden. Aus psychoanalytische Sicht kann man die Intellektualisierung den Abwehrmechanismen zurechnen, wobei sich Intellektualisierung – wie auch die Rationalisierung – auf den Umgang mit Ersatzbildungen beziehen, die aus anderen Abwehrmechanismen resultieren. Intellektualisieren bezieht sich dabei auf den Umgang mit Ersatzbildungen, die meist auf einem hohen Abstraktionsniveau liegen, wobei die Triebwünsche von den sie begleitenden Gefühlen isoliert und mittels weiterer Abwehrmechanismen in bewusstseinskonforme Vorstellungen transferiert werden, in denen sich das Ersetzte dann ebenfalls verschlüsselt darstellt.

In der Pädagogik steht Intellektualisierung für die Überbetonung des Intellektuellen in der Ausbildung und Bildung. Dabei wird auf emotionelle und andere nicht rationale Aspekte des Lebens verzichtet wird. Alternative Schulformen wie etwa die Waldorfpädagogik versuchen ein Gegengewicht zur Intellektualisierung der Kindheit zu finden.

Literatur
Zapf, S. (2012). Einige Gedanken über Rationalisierung und Intellektualisierung. Forum der Psychoanalyse, 28, 51-66.





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