Abhängigkeit
Abhängigkeit bezeichnet das dringende Verlangen bzw. das unbezwingbare Bedürfnis, sich eine psychotrope Substanz fortgesetzt oder periodisch zuzuführen, wobei kommt es meist zum Kontrollverlust bezüglich des Konsums sowie zu einer stoffbezogenen Ausrichtung des Verhaltens mit Störungen im normalen psychosozialen Gefüge kommt. Bei einigen Substanzen kann es über psychische Faktoren hinaus zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen. Körperliche Abhängigkeit bezeichnet ein zwanghaftes Verlangen nach der Substanz mit Auftreten von Entzugssymptomatik nach Absetzen einer Substanz und Tendenz zur Dosissteigerung aufgrund von Toleranzentwicklung (= Abnahme der Substanzwirkung bei wiederholtem Konsum).
1. Definition
Abhängigkeit bezeichnet einen psychischen oder physischen Zustand einer Person, die durch andere Menschen, Institutionen, Dinge oder Vorstellungen wesentlich in ihrem Dasein, Denken, Handeln und Fühlen bestimmt ist (vgl. Brockhaus, 1986, S. 47).
2. Definition
„Psychisches Verhaftetsein an Personen, Dinge oder Ideen, wodurch das eigene autonome Denken und Handeln eingeschränkt wird.“ (von Sury, 1967, S. 1).
3. Definition
„Soziale Abhängigkeit wird durch ein Verhalten gekennzeichnet, das geeignet ist, bei anderen Personen erhöhte Aufmerksamkeit und Hilfeleistung zu veranlassen. Der Prozess der Sozialisierung soll s. A. des Säuglings und Kleinkinds in altersangemessener Weise fortschreitend abbauen und zu ihrem Gegenteil, der sozialen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit , entwickeln“ (Dorsch, 1976, S. 2).
4. Definition
„Bezeichnung für die Beziehung eines Individuums zu einem anderen oder zu einer Gruppe (Gesellschaft), von dem oder der es Hilfen empfängt oder zu empfangen meint, ohne die es dem Individuum scheinbar unmöglich ist, zu existieren oder seine Stellung als Mitglied einer Gemeinschaft zu bewahren“ (Drever & Fröhlich, 1968, S. 19).
5. Definition
Der Begriff „Abhängigkeit“ wird häufig als Synonym für das Wort „Sucht“ verwendet. „Sucht bezeichnet im engeren Sinn einen Zustand periodischer oder chronischer Intoxikation mit Substanzen, der für das Individuum u./o. für die Gesellschaft schädlich ist“ (Klaus, 1992, S. 357). Die WHO lehnte diesen Begriff 1964 allerdings mit der Begründung, dass dieser wissenschaftlich nicht sinnvoll sei, ab und schlug vor stattdessen Begrifflichkeiten wie „Missbrauch“ oder „Abhängigkeit“ zu verwenden (vgl. Tewes & Wildgrube, 1992, S. 357).
Literatur
Brockhaus, Enzyklopädie. (1986). Mannheim: F.A. Brockhaus GmbH.
Dorsch, F. (1976). Psychologisches Wörterbuch. Bern: Hans- Huber Verlag.
Drever, J. & Fröhlich, W. (1968). Wörterbuch zur Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie- Lexikon. München/Wien: R. Oldenbourg Verlag.
von Sury, K. (1967). Wörterbuch der Psychologie. Basel/Stuttgart: Schwabe & Co Verlag.

