self explanation

Zu den Lernmethoden mit einer großen Verarbeitungstiefe gehört auch die self explanation, also die Selbsterklärung eines zu lernenden Inhaltes. Bei dieser Methode zwingt man sich zum aktiven Denken, indem man seine eigenen Problemlösungsschritte erklärt, etwa beim Lösen mathematischer Aufgaben. Aus der Lernpsychologie weiß man, dass durch epistemische Aktivitäten kontinuierlich Wissen aufgebaut wird, was auch auf epistemische Fragen zutrifft, die SchülerInnen im Unterricht an sich selbst oder an andere stellen. Solche Fragen bzw. Aktivitäten erfüllen zwei grundlegende Funktionen des Lehrens: Wissensgenerierung und Kontrolle der Erwerbsprozesse. Epistemische Neugier kann SchülerInnen in einen Zustand versetzen, in denen sie die Unordnung, mit der sie konfrontiert werden, vermindern wollen. Sie kann z.B. durch Überraschung, Zweifel, Verwirrung, Ratlosigkeit oder Widersprüche ausgelöst werden, wobei in diesen Fällen ein Konflikt zwischen kognitiven Schemata erzeugt wird.
Das deutliche und laute Formulieren der eigenen Gedanken beim Lösen eines Problems hilft Lernenden, Schwachstellen in der eigenen Argumentation aufzudecken. Darüber hinaus bremst die Self Explanation auch das oft sprunghafte Denken und macht es präziser bzw. fokussierter. Diese Methode fordert vom Lernenden, dass er etwa beim Lesen eines Lernstoffes in einem Lehrbuch immer wieder innehält und sich fragt, was an diesem Text neu oder überraschend ist, welchen Zweck er verfolgen könnte usw. Untersuchungen belegen, dass diese Lernmethode besonders gut geeignet ist, sich auf Prüfungen vorzubereiten, bei denen der Schwerpunkt auf der Anwendung und weniger auf der reinen Reproduktion von Wissen liegt. Diese Lernmethode hilft auch dabei, neues Wissen mit bereits vorhandenem zu verknüpfen, denn bei der Formulierung der Denkschritte muss man zwangsläufig auf bisher Gelerntes bzw. im Gehirn Abgespeichertes zurückgreifen. Diese Lernmethode hilft letztlich auch bei Testaufgaben, bei denen es schon in der Angabe Hinweise auf die richtige Antwort gibt, bei Lückenaufgaben und bei Multiple-Choice-Tests.





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