Schlüs­sel­wort­me­tho­de

Die Mnemotechnik der Schlüs­sel­wort­me­tho­de – auch Ersatzwortmethode oder Keywordmethode – ist eine Methode des Spracherwerbs und kann pädagogisch eingesetzt werden, das Lernen fremdsprachiger Vokabeln zu erleichtern, indem man zum fremdsprachigen Wort ein ähnlich klingendes Wort in der Muttersprache sucht, wobei es genügt, wenn das Wort in der Muttersprache bloß wie ein Teil des fremdsprachigen Wortes klingt. Danach wird die bildliche Vorstellung des muttersprachlichen Wortes wird mit einem Bild des übersetzten fremdsprachigen Begriffs verbunden.
Dabei bekommt das muttersprachliche Wort, das ähnlich der zu lernenden Vokabel klingt, die Rolle des Schlüsselwortes, das dann durch die akustische Ähnlichkeit an den fremdsprachigen Begriff gebunden wird. Zusätzlich wird eine bildhafte Assoziation zwischen dem Schlüsselwort und der Übersetzung der Vokabel hergestellt, was die Einprägung der Assoziation fördert. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem neuen Wort findet auch eine zusätzliche aktive mentale Verarbeitung statt, sodass der Inhalt besser als auswendig Gelerntes im Gedächtnis abgelegt wird.
Damit die Schlüs­sel­wort­me­tho­de erfolgreich angewendet werden kann, sollte man darauf achten, dass eine akustische Ähnlichkeit des Fremdwortes mit dem Schlüsselwort vorhanden ist. Auch sollte das Schlüsselwort so gewählt werden, dass man ein einprägsames Bild zur Verknüpfung mit der Übersetzung entwickeln kann. Auch darf jedes Schlüsselwort nur mit einer bestimmten Übersetzung verknüpft werden, damit es in der Folge zu keinen Verwechslungen kommt. Um Unterricht kann zwar auch eine Lehrerin oder ein Lehrer die Schlüsselworte vorgegeben, doch sollte die bildhafte Vorstellung, die das Schlüsselwort und die Übersetzung miteinander verbindet, der Lernende allein entwickeln. Reicht ein Bild bei einer Vokabel nicht aus, kann man eine kleine Bildgeschichte entwickeln: Bottle bedeutet Flasche und das Wort Bote klingt ähnlich wie der Wortbeginn, sodass man sich einen Boten in Uniform vorstellen kann, der eine Flasche bringt. Wenn man sich diese Szene möglichst konkret vorstellt und beide Bilder zugleich sueht, dann werden sich diese miteinander verknüpfen.

Die Schlüsselwort-Methode besteht daher aus zwei Schritten, die das Lernen vor allem jener Vokabeln richtig erleichtern kann, wenn man diese nicht aus einem bekannten Wort herleiten kann.

  •     Die Vokabel wird in ein bekanntes, ähnlich klingendes Wort der Muttersprache verwandelt,
  •     die Bedeutung der Vokabel und das ähnlich klingende Wort werden zu einem Bild oder einer Geschichte zusammengesetzt.

Nützlich ist auch, das schriftlich mit Hilfe einer Lernkartei zu machen, also die Vokabel mit ihrer Bedeutung auf einen Zettel zu schreiben und zu überlegen, was spontan zu dieser einfällt. Nicht alle Vokabeln sind damit lernbar.

Einige Beispiele:

  • Soll z.B. das englische Wort „duck“ (Ente) gelernt werden. Das Wort klingt gesprochen ähnlich wie das deutsche Wort „Dock“. Man kann nun eine bildhafte Verbindung dadurch herstellen, dass man sich ein Dock vorstellt, in dem statt eines Schiffes eine riesengroße Ente schwimmt.
  • Das englische Wort „mice“ – die Mehrzahl des Wortes „mouse“ (Maus), die nicht in der üblichen Weise durch das Anhängen eines „s“ gebildet wird, was manchen SchülerInnen Probleme bereitet –  klingt so ähnlich wie das Wort „Mais“. Nun kann man sich dazu das Bild vieler Mäuse vorstellen, die an einem Maiskolben knabbern.
  • Das Wort „pumpkin“ („Kürbis“) klingt ähnlich wie Pumpe und Kinn, sodass man sich vorstellen kann, wie man eine Pumpe in einen Kürbis steckt und ihn aufbläst, bis er schließlich platzt und das Innere des Kürbis an das Kinn spritzt.
  • Um sich das englische Wort für „Ziege“ („goat“) zu merken, kann man sich einen wild dreinblickenden und mit Waffen behängten Goten vorstellen, der auf einer Ziege reitet.
  • Weitere Beispiele aus dem Englischen: „stout“ – „beleibt“: Eine beleibte Frau steht im Stau; „retreat“ – „(sich) zurückziehen“: Ein Rettich zieht sich langsam vom Teller zurück.
  • Um sich das französische Wort für „ Hund “ („chien“ – gesprochen „schieun“) zu merken, stellt man sich einen Hund vor, der auf einem Schi zu Tal fährt. Schi ist also das Schlüsselwort.

Die Beispiele stammen aus dem Lerntipp „Sperr dem Verstand eine Türe auf!





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