Tanorexie

Als Tanorexie wird die Abhängigkeit von künstlichen Sonnen, also das extreme, zwanghafte Bräunen der Haut in Solarien bezeichnet. Der Begriff leitet sich ab vom Englischen „tan“  (bräunen) und Anorexie (Magersucht) ab, denn wie bei der Magersucht liegt auch bei der Tanorexie ein verzerrtes Selbstbild vor, das man als Ursache der Sucht betrachtet.  Verzichten die Betroffenen einige Zeit auf einen Solariumsbesuch, leiden manche von ihnen an Nervosität, depressiven Verstimmungen und einem starken Drang nach Sonnenlicht. Offensichtlich werden auch durch die UV-Strahlen Glückshormone ausgeschüttet, sodass der Besuch eines Solariums wie eine Droge wirkt und glücklich macht. Besonders junge Menschen wollen ihr Wohlbefinden und ihre Attraktivität durch Bräune steigern, wobei sich manche Solariumssüchtige wöchentlich und im Extremfall sogar täglich bräunen.

Es gibt bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zur in englischsprachigen Fachpublikationen auch als indoor tanning dependency oder indoor tanning addiction bezeichneten Tanorexie, sodass eine Anerkennung als Krankheitsentität aussteht.

Literatur
Stangl, W. (2012). Nicht substanzgebundene „Drogen“.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Drogen.shtml (12-12-21)





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