Hospitalisierung

1. Definition
Hospitalisierung ist eine Sammelbezeichnung für psychologische und psychosomatische Schäden, die bei Kindern nach längerem Aufenthalt in Heimen, Pflegestätten, Kliniken, und Anstalten entstehen können. Diese Schäden sind hauptsächlich auf den Mangel emotionaler Zuwendung zurückzuführen. Hospitalisierung macht sich durch verzögerte Entwicklung, Aggressivität, Teilnahms- und Ausdruckslosigkeit von Kindern bemerkbar (Brockhaus Enzyklopädie 1989, S.261-262)

2. Definition
Die Hospitalisierung kann auf nahezu totalen Entzug mütterlicher Liebe zurückgeführt werden. Zuerst treten Entwicklungsstörungen auf, die zunehmend die Aktivität des Kindes hemmen und schließlich zu extremen körperlichen Veränderungen führen (vgl. Legewie & Ehlers 1992, S. 183).

3. Definition
Mit Hospitalismus wird eine Entwicklungsstörung in den ersten Lebensjahren bezeichnet. Diese tritt häufig bei Kindern auf, welche in Heimen und Anstalten aufwachsen oder über längere Zeit dort „hospitalisiert“ bleiben. Das hervorstechendste Merkmal ist ein Rückstand in der gesamten Entwicklung, der nicht nur die motorischen Funktionen (Sitzen, Gehen, Greifen, Manipulieren) hemmt, sondern in erster Linie das rechtzeitige Sprechen und damit die intellektuelle Entwicklung beeinträchtigt (vgl. Marhold 1969, S. 1468-1473).

4. Definition
Unter Hospitalismus versteht man die Beeinträchtigungen der körperlichen und/oder psychischen Gesundheit, die durch Krankenhausaufenthalte (Hospitalisierung) hervorgerufen werden, beispielsweise durch Infektionen, seelische Belastungen oder soziale Deprivationen (chronisch psychisch Kranke) (vgl. Tewes & Wildgruber 1992, S.152).

5. Definition
Hospitalismus im weiteren Sinne ist eine Sammelbezeichnung für ganz verschiedene Folgeerscheinungen, die durch einen längeren Krankenhaus-, Heim- oder Anstaltsaufenthalt hervorgerufen werden können. Solche Folgeerscheinungen können sich körperlich (z.B. Resistentwerden von Bakterien gegen Antibiotika) und auf seelischem Sektor äußern. Darüber hinaus sind die Kinder auch nicht in der Lage, tiefere zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen. (Lexikon der Pädagogik 1972, S. 254)

Verwendete Literatur
kein Autor (1989). Brockhaus Enzyklopädie (S.261-262). Band 10. Neunzehnte Auflage. Mannheim: F.A. Brockhaus GmbH
kein Autor (1972). Lexikon der Pädagogik (S. 254). Breisgau: Herder Druck Freiburg.
Legewie, H. & Ehlers W. (1992). Knaurs moderne Psychologie. München: Droemer-Knaur.
Marhold C. (1969). Enzyklopädisches Handbuch der Sonderpädagogik und ihrer Grenzgebiete. Berling-Charlottenburg: Carl Marhold Verlagsbuchhandlung.
Tewes U. & Wildgruber K. (1992). Psychologisches Lexikon. München-Wien: R. Oldenbourg Verlag.

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