Individualpädagogik

Die Individualpädagogik ist eine Strömung in der Reformpädagogik, die etwa der Schriftsteller Berthold Otto umzusetzen versuchte, indem er seine fünf Kinder der Schulpflicht entzog und sie nicht in öffentliche Schulen schickte, sondern sie
selbst unterrichtete. Aus dieser Unterrichtsarbeit entwickelte sich 1906 die Hauslehrerschule in Berlin-Lichterfelde, in der es keine Einteilung in Unterrichtsfächer und keine Klassen gab. Zwar klingt eine solche, an der kindlichen Denkentwicklung orientierte reformpädagogische Maxime wissenschaftlich wie praktisch außerordentlich attraktiv, gäbe es nicht komparative Studien über die kognitive Entwicklung beschulter und nichtbeschulter Kinder, deren Befunde eindeutig dafür sprechen, daß komplexe Kulturtechniken, wissenschaftliches Wissen, abstrakte Denkoperationen und höhere metakognitive Kompetenzen nur über den Einfluß von schulisch oder schulähnlich organisierten zielgerichteten Lehr-Lern-Prozessen erworben werden können.




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