nonverbale Kommunikation

Die Benutzung des menschlichen Körpers als Hilfsmittel zur interpersonalen Kommunikation wird oft unscharf unter dem Begriff nonverbale Kommunikation oder Körpersprache zusammengefasst. Körpersprache ist dabei nach (Argyle 1979, S. 14) die nicht-verbale Kommunikation durch Zeichen oder Signale, Elemente des Verhaltens, der Erscheinung usw. eines Organismus, das von den Sinnesorganen eines anderen Organismus wahrgenommen wird und dessen Verhalten beeinflusst.

Der Begriff nonverbale Kommunikation wird in der Psychologie und anderen Sozialwissenschaften aber wesentlich präziser gefasst, wobei nonverbale Kommunikation alle Hilfsmittel umfasst, die Menschen benutzen um miteinander zu kommunizieren; explizit ausgeschlossen sind hingegen das menschliche Sprachsystem mit all seinen Derivaten wie Schreiben, Symbolen und Sprache selber. Nonverbale Botschaften werden in der Regel schneller gesendet und empfangen als verbale Informationen, wobei man grob zwischen drei Informationsebenen unterscheidet: Informationen über die emotionalen Befindlichkeit des Senders, Informationen über die Identität des Senders und Informationen über die Umwelt des Senders. Diese Informationen werden über Körper durch Bewegungen und Haltung, über Gegenstände am Körper oder in der Umgebung und auch durch die Distanz der Individuen im Raum zueinander bestimmt. Häufig setzt die jeweilige Kultur dem, was verbal kommuniziert werden kann, Grenzen, denn so gilt es etwa in den meisten westlichen Kulturen als unangemessen, Emotionen oder Einstellungen gegenüber anderen Personen verbal direkt auszudrücken, sondern diese werden in der Regel nonverbal kommuniziert.

Nach Argyle (1979) lässt sich die bonverbale Kommunikation in vier Funktionsbereiche unterteilen:

  • Steuerung von sozialen Situationen: Bei bestehenden Interaktionen spielen vor allem die Signale von Aufmerksamkeit und das Zeigen von Interesse am Gesagten eine Rolle. Bei der Anbahnung von Interaktionen bzw. bei der Kontaktaufnahme haben Signale wie der Blickkontakt, das Anlächeln oder das aufeinander Zugehen eine Bedeutung. Wenn eine Interaktion beendet werden soll, erfolgt häufig ein Blick auf die Uhr oder einfach eine Reduktion des Blickkontaktes.
  • Selbstdarstellung: Dabei spielt die Vermittlung des Selbstbildes und des Selbstbewusstseins eine wichtige Rolle, wenn man sich etwa noch nicht kennt oder wenn die Signale nicht in gewünschter Weise beim Empfänger ankommen. Die Kommunikation der Selbstdarstellung durch Sprache ist im Allgemeinen wenig hilfreich und hängt im Wesentlichen auch von der Kultur und der Beziehung zum Kommunikationspartner ab.
  • Kommunikation von Einstellungen: Einstellungen und Werte lassen sich sowohl sprachlich als auch nonverbal ausdrücken, wobei nonverbale Signale meist weitreichender sind.
  • Kommunikation von emotionalen Zuständen: Emotionale Zustände werden häufig durch eine Vielzahl nonverbaler Signale kommuniziert, da sie verbal nur langsam und nicht eindeutig oder auch gar nicht vermittelt werden können, da die meisten Menschen gar nicht in allen Situationen in der Lage sind, das auszudrücken, was sie gerade fühlen.

Linktipp:

Stangl, W. (2013). Nonverbale Kommunikation.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/KommNonverbale.shtml (13-01-07)

Literatur
Argyle, M. (1979). Körpersprache und Kommunikation. Paderborn: Junfernverlag.





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