Viabilität

Unter Viabilität versteht man im erkenntnistheoretisch radikal konstruktivistischen Ansatz die Gangbarkeit bzw. Lebensfähigkeit von Handlungen, Begriffen und begriffliche Operationen, wenn sie zu den Zwecken passen, für die sie benutzt werden. Damit ist gemeint, dass von Menschen Objekte in der Wirklichkeit nicht ihrem Wesen nach erfasst werden können, sondern stets mittels Modellen konstruiert werden, wobei diese Modelle passen, wenn sie in ein System integriert werden können, etwa im Sinne von Akkommodation und Assimilation nach J. Piaget. Da nach Ansicht des radikalen Konstruktivismus die Übereinstimmung der Überzeugungen mit der Wirklichkeit nicht möglich ist, verzichtet man auf einen Wahrheitsbegriff, sondern führt als Kriterium statt des Begriffes der Wahrheit den Begriff Viabilität ein. So spricht etwa der interaktionistische Konstruktivismus von einer kulturellen Viabilität, denn das Passen in sozialen Prozessen unterliegt vorrangig sozialen Normierungen, die durch Sozialisation vermittelt werden. Auch wenn Individuen jeweils ihre individuelle Wirklichkeit konstruieren, so sind sie kulturell nie frei, eine beliebige Wirklichkeit zu konstruieren.

Siehe dazu im Detail die Grundlagen des Konstruktivismus.




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