Fetischismus

Als Fetischismus wird in der Psychologie eine meist sexuell orientierte Devianz verstanden, bei der ein meist unbelebter Gegenstand, der Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dient. Das fetischistische Verhalten unterscheidet sich individuell stark und kann sich auf einen einzigen Gegenstand, auf mehrere Objekte, Materialien oder auch auf Körperteile beziehen. Darüber hinaus gibt es sowohl therapeutisch als auch umgangssprachlich verschiedene Verwendungen des Begriffs, die zum Teil stark voneinander abweichen und sich vor allem durch die Frage unterscheiden, ob der sexuelle Fetischismus eine mit anderen Vorlieben gleichberechtigte sexuelle Präferenz ist oder es sich grundsätzlich um eine behandlungsbedürftige Störung des Sexualverhaltens, eine Paraphilie, handelt.

Fetischisten benutzen meist unbelebte Gegenstände um sich sexuell zu erregen, die sexuelle Erregung zu steigern und zu befriedigen, wobei der Fetisch als Ersatzobjekt für einen Partner dient. Meist ist der Fetisch für die Betroffenen die wichtigste Quelle für ihre sexuelle Erregung bzw. für die sexuelle Befriedigung. Fetische sind meist Gegenstände, die am Körper getragen werden, wie z.B. Schuhe, Schürzen, Uniformen oder Unterwäsche. Manchmal ist es für den Fetischisten auch wichtig, dass der Gegenstand von eoiner Person am Körper getragen wurde. Fetische werden von manchen Paaren auch als ein Mittel angesehen, um die sexuelle Erregung zu verstärken.

Die sexuelle Vorliebe für einzelne Körperteile, Kleidungsstücke oder andere Gegenstände gilt allgemein als gewöhnliche Spielart menschlicher Sexualität, doch unter bestimmten Bedingungen kann eine solche Fixierung auch als krankhafte psychische Störung, als Paraphilie, eingestuft werden. Fetischismus kann auch als Begleitsymptom einer komplexeren psychischen Störung auftreten.

Das Behandlungskonzept für sexuellen Fetischismus ist vom jeweiligen Therapeuten abhängig, wobei alle Therapieformen der Psychotherapie in Frage kommen, insbesondere die Psychoanalyse und die kognitive Verhaltenstherapie. Die meisten Behandlungen erstrecken sich über einen längeren Zeitraum und richten sich nicht allein auf den Fetischismus, sondern auf dessen Ursachen und Auslöser.




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