Delirium

Bei einem Delirium bzw. kurz Delir handelt es sich um einen Verwirrtheitszustand, in dem die Betroffenen nicht wissen, wo sie gerade sind, welcher Zeitpunkt ist und auch manchmal, wer sie sind. In Zustands eines Deliriums können die Menschen ihre Aufmerksamkeit nicht gezielt auf etwas richten, können sich nicht an gerade Erlebtes erinnern, sind apathisch oder überaktiv, reden zu viel oder gar nicht, reagieren verlangsamt oder heftig.

Beim Delir handelt es sich um eine Störung der Hirnfunktionen, die sich hauptsächlich auf die kognitiven Funktionen auswirkt, jedoch sind zuweilen auch unspezifische neurologische Symptome festzustellen. Psychische Kernsymptome sind die Trübung des Bewusstseins, Orientierungsstörungen, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen meist des Gesichtsfeldes, Wahnvorstellungen, Personenverkennung, psychomotorische Unruhe, aber auch Apathie und Teilnahmslosigkeit, in vielen Fällen auch Angst. Neurologische Begleitsymptome sind Muskelzuckungen, Störungen der Bewegungskoordination, verworrene Sprache bzw. Wortfindungsstörungen. Vor allem die psychomotorische Unruhe gehört zu den Kernsymptomen des Delirs, doch es gibt auch Verläufe, bei denen Unruhe kaum auffällt oder gar durch das gegenteilige Symptom passiver Teilnahmslosigkeit ersetzt ist, sodass man je nach Verlaufstyp entweder vom hyperaktiven oder vom hypoaktiven bzw. apathischen Delirium spricht.

Ein Delirium kann in der Folge eines Drogenmissbrauchs, infolge eines Flüssigkeitsmangels, infolge von Krankheiten und besonders häufig nach Alkoholentzug auftreten. Besonders das Alkoholdelirium – Delirium tremens – ist meist lebensbedrohlich, wobei zahlreiche körperliche Symptome (Zittern, Erhöhung von Puls, Blutdruck, Schwitzen, beschleunigter Atmung)  mit starker Angst, Unruhe, Verwirrtheit,  und Halluzinationen verknüpft sind.

Eine besondere Form eines Delir ist jene, die vor allem nach Operationen auftritt. Wird eine solche Störung nicht erkannt, kann das bei den Betroffenen zu dauerhaften Schäden führen. Betroffene können sich dann schlechter konzentrieren, etwa kein Buch mehr lesen, oder manche trauen sich nicht mehr aus dem Haus zu gehen, weil sie die Orientierung verloren haben. Nach aktuellen Studien sind bis zu rund 80 Prozent der älteren Patienten auf Intensivstationen von einer solchen Störung betroffen. Ganz besonders wichtig ist es daher, nach dem Aufwachen aus der Narkose diesen älteren Patienten Orientierung zu bieten, wobei Pfleger und Angehörige viel Geduld aufbringen müssen.

Das Wort Delir bzw. Delirium stammt aus dem Lateinischen und ist eine Ableitung von „De lira ire“, also „aus der Spur geraten“.



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