Kindergartenpädagogik

Im Bereich des Kindergartens als wichtige Institution im Bildungsgefüge vollzieht sich aktuell ein Wandel vom Kindergarten als pädagogische Einrichtung mit einem ausgeprägten Betreuungsauftrag hin zum Kindergarten als Bildungseinrichtung. Das Kind soll in seinen Anlagen und Entwicklungsstufen ganzheitlich individuell gefördert werden, wobei die Ressourcen und nicht die Defizite des einzelnen Kindes im Vordergrund stehen sollen. Die Kinder sollen im Kindergarten ihren individuellen Begabungen entsprechend gefördert und Defizite rechtzeitig erkannt werden, wobei Schwerpunkte in den Bildungs- und Entwicklungsfeldern liegen, also etwa die Bereiche Körper, Sinne, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, sowie Sinne, Werte und Religion.
Nach einzelnen Studien kann eine längere Zeit im Kindergarten Bildungslücken und Defizite des Elternhauses ausgleichen, wenn die Kinder den Kindergarten ab dem dritten Lebensjahr besucht haben, wobei ein einziges Kindergartenjahr kaum positive Effekte für die Schulreifezeitigt. Besonders Kinder aus bildungsfernen Haushalten und Migrantenfamilien, die bereits mit drei Jahren den Kindergarten besucht haben, holen nahezu alles auf und die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch sinkt deutlich.
Nach Expertenmeinung führt aber die Vielzahl der Pädagogiken des Kindergartens und der angeblich neuen Konzepte zu Verunsicherungen bei den Eltern, wobei idealistische Beschreibungen einzelner Kindergartentypen in Elternzeitschriften und -ratgebern dazu wesentlich beitragen.

Siehe auch das Stichwort Reggio-Pädagogik.

Literatur
Textor, Martin R. (Hrsg.) (1993). Kindergartenpädagogik. Online-Handbuch.
WWW: http://www.kindergartenpaedagogik.de/ (08-01-03)





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