Anorexie, Anorexia nervosa

Die Anorexia nervosa ist dadurch gekennzeichnet, dass die betroffenen Frauen sich weigern, ein altersentsprechendes Normalgewicht zu halten (Körpergewicht 15 und mehr Prozent unter dem erwarteten Gewicht bzw. ein Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger). Zentrales Leitmotiv ist der Wunsch nach extremer Schlankheit und Selbstbestimmung. Alle Versuche der Umwelt zu helfen werden als unzulässige Einflussnahme abgewehrt. Bekanntlich sind Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl besonders anfällig für Essstörungen sind, wobei bei der Anorexie schon im Frühstadium der Erkrankung  Dünnsein unbewusst mit Attraktivität gleichgesetzt wird: Nur wer dünn ist, ist etwas wert. Manchmal besteht auch eine intellektuelle und körperliche Überaktivität, trotz vorhandener körperlicher Einschränkungen. Allerdings hängt die Haltung von Frauen zum eigenen Körper nur bedingt von ihrer eigenen Wahrnehmung ab, vielmehr messen sie sich selber daran, wie das Urteil von Freunden und Bekannten aus ihrem Umfeld ist, d.h., sie schauen zuerst, ob andere ihren Körper akzeptieren, um dann zu bestimmen, ob sie ihn selbst auch schätzen. Die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie bei Magersucht ist die Einsicht der Betroffenen und der Wille, gesund werden zu wollen. Hierzu bedarf es nicht nur einer Ernährungsumstellung, sondern auch begleitender psychotherapeutischer Maßnahmen.

Längsschnittstudien haben eine Reihe von Risikofaktoren gezeigt, wie ein ungünstiges Essverhalten bei zehnjährigen Kindern, die sich Sorgen um ihre Figur machen und deshalb anfangen, Diäten zu halten. Sie steigen damit ganz früh in einen Teufelskreis ein, ihren Körper in einen Mangelzustand zu bringen, was gerade in dieser sensiblen Wachstumsphase gravierende Folgen hat, die nur schwer oder gar nicht rückgängig zu machen sind, wenn sich etwa die Knochen nicht richtig aufbauen können. Bei jungen Frauen und Mädchen wurden fünf Jahre, nachdem sie von ihrer Anorexie geheilt waren, eine mangelhafte Knochendichte gemessen, wobei sie in den Wechseljahren eine erheblich stärkere Osteoporose entwickeln. Kalium- und Calciummangel bringen den Elektrolythaushalt ins Ungleichgewicht, was zu Organschäden wie Herz-Rhythmus-Störungen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Auch die sekundären Geschlechtsmerkmale können sich nicht richtig ausbilden.

1. Definition
Anorexie (Magersucht) ist eine Essstörung, bei der die Betroffenen sich selbst wie unter Zwang aushungern. Dabei entwickeln sie eine intensive Angst davor, korpulent zu werden, obwohl sie untergewichtig sind. Anorexia nervosa tritt üblicherweise bei jungen Frauen auf, während sie krank sind bestreiten sie oft überhaupt Probleme zu haben. Auswirkungen dieser „Gewichtsphobie“ sind das Ausbleiben der Menstruation, Störungen des Magens und der Verdauungsorgane, Herzrhythmusstörungen und niedriger Blutdruck und Pulsschlag (vgl. Zimbardo 1995, S. 613).

2. Definition
„Anorexia nervosa: Nahrungsverweigerung; oft in Verbindung mit Erbrechen, Obstipation (Stuhlverstopfung) und Völlegefühl. Manchmal wird im Geheimen gegessen. In der Form der Pubertätsmagersucht tritt sie vor allem bei Mädchen in der Pubertät auf und wird u.a. mit der bewussten Ablehnung der körperlichen Reifung in Verbindung gebracht“ (Brunner & Zeltner 1980, S. 17).

3. Definition
Anorexie ist eine Essstörung, und zwar die psychisch – krankhafte, suchtähnliche Verweigerungshaltung gegenüber Nahrungsaufnahme. Diese Krankheit tritt vorwiegend bei Mädchen in der Pubertät und bei jungen Frauen auf. Die extreme Nahrungsverweigerung steht oft symbolisch für vielfältige Formen von Verweigerung und Rückzug, zB Furcht vor dem Erwachsenwerden, uvm (vgl. Dieterich & Rietz 1996, S. 32).

4. Definition
Anorexie, auch Magersucht genannt, wurde von Sir William Gull erstmals erkannt. Er stellte fest, dass junge Frauen sich häufig weigerten zu essen und erfasste mit großer Genauigkeit diese heute häufige Krankheit. Susie Orbach entwickelte später eine Theorie, nach der Anorexie eine Reaktion bei Mädchen auf deren Rolle als Sexobjekt in der patriarchalischen Gesellschaft sei (vgl. Cohen 1995, S. 29).

5. Definition
Anorexie oder auch Anorexia nervosa ist die medizinische Diagnose für organisch nicht begründbare, also „nervöse“ Abmagerung. Zum überwiegenden Teil sind Mädchen in der Adoleszenz betroffen. Anorexie ist eine typische Wohlstandskrankheit, die in Entwicklungsländern kaum auftritt. Die Ursachen sind komplex (vgl. Schmidbauer 1993, S. 23).

6. Definition

Bei der Anorexia nervosa (Anorexie) = Magersucht handelt es sich um eine Essstörung in deren Vordergrund der Gewichtsverlust steht. Diesem Ziel wird von den Betroffenen häufig mit einer solchen Konsequenz verfolgt, dass es sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen kann. Die Diagnose wird u.a. dadurch gesichert, dass das Körpergewicht des Betroffenen mindesten 15% unter dem einer “normalen” Vergleichsperson liegt, und dass es zu einer spürbaren Veränderung des Hormonhaushaltes kommt.

7. Definition

Die Magersucht (Anorexie) kommt sehr häufig bei jungen Mädchen in der Pubertät vor und tritt fast immer mit Begleiterscheinungen wie Verstopfung und Menstruationsstörungen auf. Die betroffenen Personen empfinden ihre private und berufliche Situation sehr häufig als ausweglos. Die Nicht-Beachtung dieser Essstörung kann zu schweren körperlichen Schädigungen führen (vgl. Michel & Novak, 1991 S. 97).

8. Definition

Die Hauptform der Anorexie (Magersucht) ist die Anorexia nervosa, auch Pubertätsmagersucht genannt. Diese Essstörung ist gekennzeichnet durch eine Ablehnung der Nahrungszufuhr oder auch durch absichtliches Erbrechen. Sehr häufig ist diese Erkrankung bei intelligenten, ehrgeizigen, jungen Frauen vorzufinden und wird oftmals als Reifungskrise bezeichnet. Die Betroffenen wollen meist kindliche Körperformen bewahren und nehmen sehr häufig einen lebensgefährlichen Gewichtsverlust in Kauf (vgl. ohne Autor, 1996, S. 29).

9. Definition

Unter Anorexie (Magersucht) versteht man Betroffene, die die Nahrungsaufnahme verweigern und mit Gewalt versuchen ihr Körpergewicht zu verringern. Diese Essstörung tritt meist bei jungen Menschen am Beginn der Pubertät auf. Bei einem Teil der Erkrankten verschwindet diese Störung ohne jegliche Behandlung wieder. Bei einem weiteren Teil der Betroffenen kann eine Psychotherapie helfen. Ungefähr ein Drittel dieser Menschen bleibt magersüchtig und einige Menschen sterben auch in Folge dieser Essstörung (vgl. ohne Autor, 1995, S. 108).

Siehe auch Bulimia nervosa, Bulimie, Binge Eating, psychogene Hyperphagie, Magersucht, Essstörung

Literatur
Brunner, R. & Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Psychologie und Schulpädagogik. München: Ernst Reinhardt Verlag.
Cohen, D. (1995). Lexikon der Psychologie. München: Wilhelm Heyne Verlag.
Dieterich, R. & Rietz, I. (1996). Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Ein Wörterbuch. Donauwörth: Auer Verlag.
Schmidbauer, W. (1993). Lexikon der Grundbegriffe. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
Zimbardo, P.G. (1995). Psychologie. Berlin Heidelberg: Springer Verlag.
Michel, C. & Novak, F. (1991). Kleines Psychologisches Wörterbuch. Freiburg: Herder.
Ohne Autor, (1995). In Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.), Lexikon der Psychologie (S. 108). Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag.
Ohne Autor, (1996). In Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.), Schüler Duden. Die Psychologie (S. 29). Mannheim: Dudenverlag.
Interview in der Badischen Zeitung vom Montag, 16. April 2012 mit Brunna Tuschen-Caffier und Jennifer Svaldi (Institut für Psychologie der Freiburger Universität).



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