Nachbild

Als Nachbilder werden in der optischen Wahrnehmung Phantombilder bezeichnet, die auch dann noch empfunden werden, wenn der ursprüngliche Reiz abgeklungen ist. Am deutlichsten sind sie als helle Flecken nach einem Blick in die Sonne oder in eine Glühlampe. Sie erscheinen jedoch auch nach schwächeren Lichteindrücken, wenn man danach die Augen schließt oder palmiert.

Die Wahrnehmungsphysiologie spricht von einem entoptischen Eindruck, der sich als Nachwirkung des Netzhautbildes ergibt, nachdem ein Reizmuster längere Zeit fixiert worden ist. Nachbilder sind ein Produkt der Retinarezeptoren, d.h., ein Nachbild scheint wie auf die Retina gemalt. Deutlich wird das, wenn man ein Nachbild mit nur einem geöffneten Auge erzeugt, wobei das Nachbild dann nur mit diesem Auge zu sehen ist und nicht auf das zuvor geschlossene Auge überspringt.

In positiven Nachbildern – wenn man beispielsweise in eine helle Lichtquelle geblickt hat – entsprechen die Helligkeits- und Farbwerte denen des Reizmusters. Bei negativen Nachbildern kehren sich diese Werte um: Hell wird zu dunkel, und die Farben des Reizmusters erscheinen in ihren Komplementärfarben. Diese Beobachtung führte übrigens zur Gegenfarbtheorie.
Unter Alltagsbedingungen werden negative Nachbilder nur selten wahrgenommen, denn durch häufigen, auch unbewussten, Wechsel der Blickrichtung, verbunden mit einer meist kleinteilig strukturierten Umgebung, werden die einzelnen Photorezeptoren Reizen ausgesetzt, die sich ständig ändern.

Übrigens können Nachbilder auch das gesamte Sehfeld umfassen, etwa wenn man sich lange in einem Raum mit einer bestimmten Farbe aufgehalten hat und dann eine andere Umgebung aufsucht.

Nachbilder unterscheiden sich von Nacheffekten vor allem durch ihren Entstehungsort.





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