Crystal Meth

Crystal Meth ist wie Ecstasy ein künstlich hergestelltes Aufputschmittel aus der Gruppe der Amphetamine, wobei als geläufige Abkürzungen in der Szene «C», «Meth», «Ice», «Crank» oder «Ruppe» verwendet werden. Die synthetisch hergestellte Substanz verdrängt Müdigkeit, Hunger und Schmerz. Sie wurde bekannt unter dem Markennamen Pervitin. Wegen der stark euphorisierenden Wirkung und damit verbunden der vorübergehenden Steigerung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit wurde Pervitin im Zweiten Weltkrieg an Soldaten verteilt, vor allem an Bomberpiloten.

Zunächst stimuliert Crystal Meth stark, wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl und löst innerpsychische Barrieren, wodurch sich meist die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit der KonsumentInnen verbessern, unterdrückt meist auch die Müdigkeit, das Hungergefühl und Schmerzen.. Durch diese Wirkungen entsteht daher der Drang zu wiederholtem Konsum, sodass bereits ein einmaliger Konsum bei Menschen zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann, wobei hinzukommt, dass es vergleichsweise schnell zu einer Toleranzentwicklung kommt, die eine Dosissteigerung erforderlich macht, um die gewünschte Wirkung wieder zu erzielen. Crystal Meth macht schnell abhängig und wirkt persönlichkeitsverändernd.

Durch Crystal Meth werden die Botenstoffe Dopamin und Adrenalin freigesetzt, wobei es bei einer Überproduktion von Dopamin zu Bluthochdruck, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen und Herzrasen kommt. Adrenalin wird vom Körper in akuten Stresssituationen ausgeschüttet. sodass es ebenfalls zu Bluthochdruck und einer gesteigerten Herzfrequenz kommt. In einer solchen Situation sinken sowohl die Reizschwelle als auch das Schmerzempfinden des Körpers. Da der menschliche Körper nicht auf die ständige Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin eingestellt ist, stellen sich nach einiger Zeit Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder Muskelkrämpfe ein. Auf die Dauer wird auch die Abwehrkraft des Körpers geschwächt, sodass es zu Infektionserkrankungen kommen kann. Beim Schnupfensvon Crystal Meth kommt eine dauerhafte Schädigung der Nasen- oder Rachenschleimhaut hinzu. Eine Kombination von Crystal Meth mit Alkohol, Nikotin und anderen Drogen zehrt den Konsumenten körperlich aus, sodass die Gefahr, an einer Überdosis zu sterben, extrem hoch wird. Crystal Meth sorgt letztlich für einen Zustand im Gehirn, den die Natur überhaupt nicht geplant hat, denn nach dem Konsum wird dem Körper eine Gefahrensituation vorgaukelt, sodass der Konsument glaubt, er sei aktiv und müsse alles bewältigen und jetzt kämpfen. Dopamin wieder erzeugt ein Gefühl von Zufriedenheit, d. h., die Abhängigen sind hochleistungsbereit und fühlen sich dabei zufrieden. Wenn dann diese Speicher im Gehirn leer sind, kann der Körper das gar nicht herstellen, wodurch die Abhängigkeit entsteht, weil das Hirn fordert, die Droge weiter zu nehmen. Die Sucht tritt dadurch häufig schon nach dem ersten Konsum auf, also deutlich schneller als bei Speed oder Kokain, sodass es auch bei Gelegenheitsusern zur Abhängigkeit kommt, die sie selber nicht mehr steuern können. Im Übrigen sind die Konsumenten meist keine typischen Drogenpatienten wie bei Heroin oder Kokain, denn die meisten sind sozial gut integriert.

Da die synthetische Droge euphorisch macht und Glücksgefühle auslöst, das Selbstwertgefühl steigert, Grundängste nimmt bzw. eben auch Müdigkeit, Hunger und Schmerzen unterdrückt, führt sie über diese Effekte zu psychischer Abhängigkeit. Wer Crystal Meth konsumiert, verliert häufig schon nach kurzer Zeit die Kontrolle über den Konsum, was vor allem damit zusammenhängt, dass Betroffene die Entzugserscheinungen als unerträglich wahrnehmen. Je nach Konsumform und Dosis hält die Wirkung der Droge zwischen 12 bis 36 Stunden an. Nach dem Abklingen der Wirkung stellten sich Unruhe und depressive Verstimmung sowie Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit ein. Manchmal kommt es auch zu einer Beeinträchtigung kognitivre Fähigkeiten, die sich in Form von Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen äußern.

Die synthetische Droge Methylamphetaminhydrochlorid wird zumeist in Privatlaboratorien produziert. Es besteht daneben die Gefahr, dass die Droge Psychosen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Denkstörungen hervorruft, die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigt, denn die Betroffene können sich häufig schlechter konzentrieren. Je nach Ausprägung der Sucht müssen Abhängige auch stationär behandelt werden.  Behandlung lässt sich zeitlich in Entzug, Entwöhnung und Rückfall-Vorbeugung (Rezidiv-Prophylaxe) unterteilen. Sie kann je nach Schweregrad der Suchterkrankung ambulant oder stationär erfolgen. Die Therapie zielt in der Regel darauf ab, die Motivation zur Enthaltsamkeit aufzubauen und den Betroffenen zu helfen, ihre Kontrollfähigkeit wiederzuerlangen, um sich gegen den weiteren Konsum entscheiden zu können und für ein anderes Verhalten als das Suchtverhalten. Nach der Therapie ist eine weiterführende ambulante Betreuung angebracht, um die Abstinenz nachhaltig zu unterstützen.



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