transtheoretisches Modell

Prochaska & DiClemente (1982) haben auf der Basis empirischer Studien ein transtheoretisches Modell menschlicher Veränderung vor allem im Kontext von Psychotherapie zur Kontrolle des Gesundheitsverhaltens von Menschen (z.B. bei der Entwöhnung von Suchtmitteln) entwickelt, bei dem sich der Veränderungsprozess als eine Abfolge von Stufen betrachten lässt:

  • Sorglosigkeit (Pre-contemplation): Auf der präkontemplativen Stufe sind sich die Menschen nicht bewusst, dass ihr Verhalten problematisch ist, sodass sie daher auch keinen Grund sehen, sich zu verändern.
  • Bewusstwerdung (Contemplation): Auf der kontemplativen Stufe bemerken die Menschen an Misserfolgen oder den Reaktionen ihrer Mitmenschen, dass ihr Verhalten nicht zum Ziel führt oder mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden ist. Sie entwickeln mehr oder weniger starke Gefühle der Unzufriedenheit und denken über die Vor- bzw. Nachteile von Verhaltensänderungen nach. Es bestehen in dieser Phase des Bewusstwerdens jedoch noch keine klaren Pläne zur Änderung des Verhaltens.
  • Vorbereitung (Preparation): Auf der Vorbereitungsstufe beabsichtigen die nun Veränderungswilligen, in naher Zukunft aktiv zu werden und beginnen bereits mit ersten Schritten in die angestrebte Richtung. Hier werden konkrete Pläne entwickelt und die Möglichkeit einer Änderung ins Auge gefasst, kleine Schritte in Richtung einer Verhaltensänderung unternommen.

  • Handlung (Action): Die Aktionsstufe ist durch absichtliche, erwartungsgesteuerte und zielgerichtete Veränderungen des kritischen Verhaltensmusters gekennzeichnet, sodass das problematische Verhalten verändert oder sogar abgestellt wird.
  • Aufrechterhaltung (Maintenance): Auf dieser Stufe versuchen die Menschen, das Erreichte zu sichern, auszubauen und Rückfälle zu vermeiden. Hier geht es den Betroffenen vor allem darum, das veränderte Verhalten gesichert zu haben und nicht nach dem Stadium der Handlung nicht gleich rückfällig zu werden, sodass eine erste Konsolidierung der Veränderung stattfindet.
  • Andauernde Aufrechterhaltung (Termination): Auf dieser Endstufe hat das problematische Verhalten für die Menschen keinen Reiz mehr und sie sind sich sicher, dass sie nie mehr auf dieses Niveau problematischen Verhaltens zurückfallen werden. Dabei erreicht der Betroffene durch die Beibehaltung der Veränderung deren Manifestation und sichert so den nachhaltigen Erfolg der Maßnahmen.

Für die Psychotherapie bietet sich nach diesem Modell eine die Verhaltensänderung begleitende Untestützung und Beratung an, die sich an diesen Phasen orientiert.

Literatur
Prochaska, J. O. & DiClemente, C. C. (1982). Transtheoretical Therapy: Toward a more integrative model of change. Psychotherapy: Theory, Research, and Practice, 19, 276-288.



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