Testreliabilität

Die Reliabilität (Test-Genauigkeit) zählt wie Validität, Objektivität und Fairness  zu den zentralen Gütekriterien für psychologische Tests. Ein psychologischer Test ist dann reliabel, wenn er ein Merkmal wie Intelligenz möglichst ohne Fehler misst, wenn also der wahre Wert der Intelligenz genau dem gemessenen Wert entspricht. Den Reliabilitätskoeffizienten berechnet man meist durch Messwiederholung, d.h., der Test wird mehrmals an einer Person durchgeführt, wobei die Ergebnisse  möglichst nah beieinander liegen sollten. Eine andere Möglichkeit sind Paralleltests, d.h., mehrere Tests, die dasselbe Merkmal messen sollen, werden durchgeführt und die Testergebnisse sollten möglichst nah beieinander liegen. Eine statistische Variante ist die interne Konsistenz, d.h., der Test wird in Teile aufgeteilt und die Ergebnisse der Testteile sollten möglichst hoch miteinander korrelieren. Das Ergebnis wird als Korrrelationskoeffizient zwischen 0 und 1 (Cronbachs Alpha). Im Detail siehe dazu Gütekriterien empirischer Forschung.

1. Definition
Ein Test als Messinstrument ist reliabel, wenn er das, was er misst, genau misst. Bei der Reliabilität geht es um die Genauigkeit, die Zuverlässigkeit, die Treffsicherheit eines Messinstrumentes, unabhängig davon, ob der Test das misst, was er messen soll. Schießt ein Gewehr „Punkt“, d.h. sind alle Einschläge auf einer Zielscheibe dicht um einen Punkt zentriert, ist das Gewehr reliabel (vgl. Schelten 1997, S. 102).

2. Definition
Unter Reliabilität eines Testes versteht man den Grad der Genauigkeit, mit der er ein bestimmtes Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmal misst, gleichgültig, ob er dieses Merkmal auch zu messen beansprucht (welche eine Frage der Validität ist). Ein Test wäre demnach vollkommen reliabel, wenn die mit seiner Hilfe erzielten Ergebnisse den Pb genau d.h. fehlerfrei beschreiben bzw. auf der Testskala lokalisieren kann (vgl. Lienert 1969, S. 14-15).

3. Definition
Reliabilität kennzeichnet die Zuverlässigkeit oder Genauigkeit einer Messung. Eine Beurteilung ist reliabel, wenn andere Beurteiler mit gleichem Wissensstand zu einem ähnlichen Urteil kommen (vgl. Wirtz & Casper 2002, S. 15-16).

4. Definition
Unter Reliabilität oder Zuverlässigkeit eines Tests versteht man den Grad der Genauigkeit, mit der die Messung eines Tests erfolgte. Demnach ist ein Test vollkommen zuverlässig, wenn das während der Untersuchung gezeigte Verhalten bzw. die erzielten Ergebnisse tatsächlich für den Getesteten kennzeichnend sind (vgl. Mietzel 1986, S. 114).

5. Definition
Testreliabiltät bezieht sich auf das Ausmaß, in dem die Werte, die die Schüler bei einer Testdurchführung erhielten, denjenigen, die sie in einer neuen Testung bei anderer Gelegenheit erhielten, gleich sind (vgl. Gage, Berliner & Bach 1986, S. 672-673).

Literatur
Gage, N. L., Berliner, D. C. & Bach, G. (1986). Pädagogische Psychologie. Weinheim: Psychologie Verlagsunion.
Lienert, G. A. (1969). Testaufbau und Testanalyse. Weinheim: Verlag Julius Beltz.
Mietzel, G. (1986). Psychologie in Unterricht und Erziehung. Göttingen: Verlag für Psychologie.
Schelten, A. (1997). Testbeurteilung und Testerstellung: Grundlagen der Teststatistik und Testtheorie für Pädagogen und Ausbilder in der Praxis. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.
Wirtz, M. A. & Casper, F. (2002). Beurteilerübereinstimmung und Beurteilerrentabilität. Göttingen: Verlag Hogrefe.



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017