Q-Sort-Verfahren

Das Q-Sort-Verfahren ist ein in der Psychologie eingesetztes Ratingverfahren, das u.a. zur Messung von Selbstkonzepten eingesetzt wird. Dabei wird eine Anzahl von Items mit personenbezogenen Feststellungen in eine vorgegebene Anzahl von Kategorien eingeordnet, die z.B. nach der Dimension „trifft für mich zu“ bis „trifft für mich nicht zu“ angeordnet sind. Die aus der Sortierung resultierende Häufigkeitsverteilung dieser personenbezogenen Items in den Kategorien sollte einer Normalverteilung entsprechen, d.h., die Anzahl der Items pro Kategorie wird vorgeben. Das hat den Vorteil, dass die Ratingskala vor einer mangelhaften Ausnützung geschützt ist.

In der klassischen Variante nach Stephenson werden hundert Items in elf Kategorien sortiert, und die erhobenen Daten werden mit der Q-Technik korrelationsanalytisch weiterverarbeitet. Je nach Instruktion kann eine Person ihr aktuelles Selbstbild oder ihr ideales Selbstbild darstellen. Auch können aus der Differenz zwischen idealem und aktuellem Selbstbild Diskrepanzmaße ermittelt werden, die z.B. als Selbstwertschätzung interpretiert werden können. Diese Technik wurde von Carl Rogers zur Überprüfung der Erfolgs in der Gesprächspsychotherapie eingesetzt. Das Q-Sort-Verfahren vermeidet emotionale Belastungen auf der Seite des KlientInnen und bietet die Möglichkeit, verschiedene Beurteilerperspektiven zu berücksichtigen.

Literatur
Stephenson, W. (1953). The study of behavior: Q-technique and its methodology. Chicago: University of Chicago Press.
Stephenson, W. (1987). Q-methodology: Interbehavioral and quantum theoretical connections in clinical psychology. In D.H. Ruben & D.J. Delprato (Eds.), New ideas in therapy (pp. 95-106). Westport, CT: Greenwood.





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