Primärfaktor

Nach der Intelligenztheorie von Thurstone lassen sich sieben Primärfaktoren der Intelligenz unterscheiden. Mit Hilfe der von ihm entwickelten Technik der multiplen Faktorenanalyse – eine Weiterentwicklung von Spearmans Faktorenanalyse – entdeckte er eine Gruppe von Grundfaktoren, die von ihm als Primärfaktoren der Intelligenz bezeichnet wurden:

  • verbal comprehension (v)
    Gemeint ist hiermit die Fähigkeit, Wörter und ihre Bedeutungen zu kennen und diese im Gespräch angemessen zu verwenden. Aufgabenstellungen in Tests: verbale Analogien bilden, Rechtschreibung, richtige Reihung vertauschter Wörter, Wortverständnis.
  • word fluency (w)
    Hierunter ist die rasche, assoziative, relativ inhaltsunabhängige Produktion von Wörtern zu verstehen, die lediglich bestimmten strukturellen oder symbolischen Erfordernissen entsprechen. Aufgabenstellungen in Tests: Reime, Wörter, die mit einem vorgegebenen Buchstaben beginnen oder, die nur aus vier Buchstaben bestehen.
  • number (n)
    Angesprochen wird hier die Fähigkeit, einfache Rechenoperationen möglichst schnell und präzis durchzuführen. Gemeint ist damit weniger die Rechenfähigkeit, sondern vielmehr die Rechenfertigkeit. Aufgabenstellungen in Tests: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division.
  • memory (m)
    Mit diesem Faktor wird die mechanische Merkleistung mit Hilfe des Kurzzeitgedächtnisses, das Behalten paarweise gelernter Assoziationen angesprochen. Aufgabenstellungen in Tests: Behalten von Wort-Zahl-, Bild-Figur- oder Wort-Bild-Paaren.
  • perceptual speed (p)
    Dieser Faktor repräsentiert die Fähigkeit, in irrelevantes Material eingebettete Details rasch zu erkennen. Visuelle Konfigurationen müssen schnell verglichen oder identifiziert werden. Aufgabenstellungen in Tests: Anstreichen bestimmter Symbole, Erkennen von Unterschieden oder Gleichheiten.
  • space (s)
    Diesem Faktor sind die Fähigkeiten des räumlichen Vorstellens und Orientierens sowie des Erkennens von Objekten unter verschiedenen Perspektiven zugeordnet. Aufgabenstellungen in Tests: Verfolgen von mechanischen Bewegungen, Vergleichen von Würfeln aus unterschiedlichen Perspektiven.
  • reasoning (R) oder induction (i)
    Dieser vielleicht komplexeste Faktor im gesamten Modell steht für schlussfolgerndes Denken, für das Erkennen und Anwenden von Regelhaftigkeiten in einer Abfolge von Zahlen oder Symbolen. Aufgabenstellungen in Tests: Reihen fortsetzen, Muster ergänzen, Nicht-in-die-Reihe-Passendes entfernen.




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