Geschlechtskonstanz

Als Geschlechtskonstanz bezeichnet man in der Psychologie das Faktum, dass Menschen das Geschlecht nicht nach Belieben wechseln können. Die Geschlechtskonstanz stellt auch eine wesentliche Voraussetzung für die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht und für die bevorzugte Nachahmung gleichgeschlechtlicher Modelle dar. Wie beim Invarianzverständnis in der kognitiven Entwicklung muss auch beim Geschlecht vom Kind erkannt werden, dass sich das Geschlecht nicht ändert, wenn das äußere Aussehen verändert wird. Fragt man einen dreijährigen Buben, ob er eine Mutter werden könnte, so hält er dies für möglich, während ein Fünfjähriger dies entschieden verneinen würde. Ähnlich glauben jüngere Kinder noch, dass man das Geschlecht wechseln kann, indem man seine Kleidung wechselt. Geschlechtskonstanz ist somit eine Voraussetzung für die Geschlechtsidentität, die wiederum Voraussetzung ist für Geschlechtsrollenidentifikation.

Es gibt dabei eine Entwicklungsabfolge bei der Entstehung der Geschlechtskonstanz:

  • Kenntnis von Geschlechtsbezeichnungen: Bereits in den frühen Vorschuljahren sind Kinder in der Lage, das Geschlecht der eigenen und anderer Personen zu benennen.
  • Kenntnis der Geschlechtsstabilität: In diesem Stadium besteht ein partielles Verständnis von Geschlechtskonstanz. Obwohl die Kinder wissen, dass ein Junge später ein Mann wird und ein Mädchen eine Frau, wird dennoch geglaubt, dass dies änderbar ist.
  • Kenntnis von Geschlechtskonsistenz: Es wird erkannt, dass das Geschlecht über Situationen hinweg konstant bleibt.

Folgende kognitive Voraussetzungen des Erkennens der Geschlechtskonstanz müssen gegeben sein:

  • Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen äußerer Erscheinungsform und erschlossener (überdauernder) Wirklichkeit
  • Erkenntnis der biologischen (genitalen) Grundlage der Geschlechtszugehörigkeit und ihrer Invarianz.

 




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