Blindstudie

Eine Blindstudie oder Blindversuch ist die Form eines Experiments, bei der die Versuchspersonen nicht wissen, ob sie der Experimental- oder der Kontrollgruppe zugeordnet sind. Dadurch wird der Einfluss von Erwartungen und Verhaltensweisen weitgehend eliminiert. Blindversuch werden insbesondere in der Medizin bei der Erprobung von neuen Medikamenten eingesetzt, wobei  die teilnehmenden Personen nicht wissen, ob sie ein Medikament oder Scheinpräparat (Placebo) erhalten.  In einemm Doppelblindversuch wissen weder die behandelnden Ärzte noch die Teilnehmer, ob ein Medikament oder Placebo verabreicht wird.
Siehe dazu auch Doppelblindstudie.

Allerdings: Locher et al. (2017) haben in einem Experiment den offenen Placeboeinsatz mit einer getäuschten verglichen, bei dem eine Gruppe eine Creme erhielt, die deutlich als Placebo ausgewiesen war und eingehend über den Placeboeffekt, sein Zustandekommen und seine Wirkungsmechanismen informiert wurde, doch auch diese Gruppe berichtete nach dem Experiment von einer signifikanten Verbesserung der künstlich herbeigeführten Schmerzen. Offenbar wirken Placebos auch dann, wenn sie ohne Täuschung verabreicht werden, wenn sie von einem transparenten und überzeugenden Narrativ begleitet werden.

Literatur

Locher, C., Frey Nascimento, N. A, Kirsch, I., Kossowsky J., Meyer, A. & Gaab, J. (2017). Is the rationale more important than deception? A randomized controlled trial of open-label placebo analgesia. Pain, doi: 10.1097/j.pain.0000000000001012.





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© Werner Stangl Linz 2017